Dienstag, 2. Juni 2015

Ich lebe noch!

Nur mal so zur Info – ich lebe tatsächlich noch…. J Blog-Schreiben hat sich irgendwie nicht ergeben…. ;-)

An dieser Stelle also jetzt endlich mal wieder ein kurzes update: Ziemlich beschäftigt. Viel zu tun. Wetter geht gar nicht. Wieder mal umgezogen. *wer hätte das gedacht*

Nachdem ich in der Tat so ziemlich rechtzeitig meine Literaturübersicht fertig gestellt und eingereicht habe (den genauen Termin für die Abgabe habe ich dummerweise erst eine Woche NACH Ablauf der deadline bekommen – ein Hoch auf das prima funktionierende administrative Computer-System), bin ich im Moment dabei, meinen offiziellen Zwischenbericht für die Uni zu schreiben. Macht total Sinn, nach 9 Monaten (in Worten: NEUN) eine Zusammenfassung des Projekts schreiben zu müssen, inlusive Resultate und Diskussion. Resultate? Eh…. Nein. Woher auch. Die Daten, die ich auswerten soll, habe ich erst seit April, mehr oder weniger; und seitdem arbeite ich an einem eher grundlegenden Problem – was genau mache ich eigentlich hier? Surprise – ich darf mich mit einer mir vorher völlig unbekannten Computersoftware rumärgern…. Ich werd’ hier noch zum Nerd. ;-) Naja, den Bericht habe ich immerhin fast fertig (positive formuliert), und der Rest wird schon. Alles wir gut. *grins*

Nächste Woche fahre ich erst mal für zwei Tage nach Manchester, da darf ich bei einem PhD-Symposium erstmals mein Projekt präsentieren. Bin sehr gespannt, wie das wird! Das Forschungsinstitut, das (unter anderem) meine Arbeit mitfinanziert, hat alle affiliierten Studenten eingeladen – da geht’s dann aber wohl eher um Netzwerken, man ist ja schliesslich unter sich… J Und die nächste Konferenz ist auch schon gebucht, St. Andrews im August. Da werde ich allerdings vermutlich keine Präsentation halten müssen – eh, dürfen. Ein Abstract habe ich zwar eingereicht (mein supervisor hielt das für ne gute Idee), aber da kommen dann auch richtige Wissenschaftler. Ich tue ja nur so als ob…

Glücklicherweise ist hier aber nicht alles immer nur Arbeit. Nicht, dass ich jemals in irgendeiner Weise Gefahr laufen würde, mich zu überarbeiten – ihr kennt mich ja… ;-) Ins Kino habe ich es schon einige Male geschafft, und sogar im Theater war ich schon. Hamlet! Bin ja schliesslich ein Bildungsbürger (oder so).  *kicher* Nicht zu vergessen die Highlights jedes gesellschaftlichen Kalenders: Life-Konzerte. Echo and the Bunnymen, Placebo, und Covenant. (Bis jetzt.) J

In der Zwischenzeit war ich auch mal kurz wieder Mitglied in einem Fitnes-Studio. Ich bin sogar ab und zu mal da gewesen. ;-) Allerdings habe ich nach vier Monaten wieder gekündigt (erfreulicherweise hatte ich keinen festen Vertrag, sondern habe immer monatlich im Voraus bezahlt) – mit gutem Grund sogar: ich bin (Ueberraschung!) mal wieder umgezogen…. Meine neue Wohnung ist tatsächlich genau das: meins. Alles meins. Ganz alleine. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad. Nur für mich. J Kann ich mir zwar eigentlich nicht wirklich leisten, aber wenigstens habe ich meine Ruhe. Nix gegen meine Ex-Mitbewohnerin, aber ihr Rede-Level entspricht eher nicht meinem Zuhör-level… Ausserdem habe ich jetzt einen Park direkt vorm Fenster, da macht das Rausgucken deutlich mehr Spass als vorher. Auch wenn es da draussen eigentlich immer nur regnet – das mit dem “das Wetter ist hier besser als befürchtet” nehme ich hiermit offiziell zurück. Es ist deutlich schlechter. Deutlich schlechter als befürchtet, und sogar deutlich schlechter als in Malmö. Wer hätte gedacht, dass das möglich ist. Naja, Jahreszeiten werden eh überbewertet, ein extrem langer, ausgedehnter November tut’s ja schliesslich auch. Die anderen Monate sind hier offensichtlich assimiliert worden; das Wetter hat sich seit letzten November eigentlich nicht merklich geändert. Ist immer 8 -10 Grad, wolkig, winding, und regnerisch. Ok, die Tage sind länger. Nicht, dass das irgendwas ändern würde… Die Idee, mir meinen nächsten Job auf Hawaii zu suchen, gefällt mir immer besser.

Bilder folgen demnächst: von meiner neuen Wohnung, und auch von dem Ausflug in die Highlands letzte Woche. Wie gut, wenn man einen kleinen Bruder hat, den man überall mit hin schleppen kann. ;-)

Samstag, 18. Oktober 2014

Einzug! Stadtbummel! Kaufrausch!

So, nun bin ich also auch ganz offiziell so was wie angekommen - inzwischen habe ich unter anderem geschafft, in meine erste Wohnung hier einzuziehen (wird vermutlich nicht die letzte bleiben, so wie ich mich kenne *grins*); fühlt sich schon mal ganz gut an, wenigstens eine offizielle Adresse angeben zu können. Obwohl, wie offiziell das hier jetzt so wirklich ist, weiß ich gar nicht; immerhin wohne ich nur zur Untermiete (könnte man als WG bezeichnen - eigenes Schlafzimmer, aber Wohnzimmer/Küche teile ich mir mit meiner Vermieterin), und eine Mietvertrag habe ich auch nicht... (Ich glaube, ich sollte mich noch mal erkundigen, ob ich mich nicht doch hier irgendwo anmelden muss. Bei der Gemeinde oder so, aus steuerlichen Gründen....) Wenigstens musste ich keine Kaution bezahlen. ;-) (Dafür werde ich wohl noch mal putzenderweise Hand anlegen müssen, wenn ich alleine bin - mein Zimmer und das Bad habe ich schon im Griff, aber die Küche bedarf noch einiger Arbeit - ist aber wohl doch eher unhöflich, alle Schränke von innen und außen gründlich zu putzen, während die Wohnungsinhaberin daneben steht....)

Wie auf den Bildern leicht zu erkennen, hat meine Mitbewohnerin ein Faible für die Farbe Lila. Und sie mag IKEA Möbel. ;-) .... Mein kleines. sauberes, lila Reich. :-)

mein Schlafzimmer, Blick von der Tür zum Fenster
Blick vom Fenster zur Tür

Die Wohnung ist insgesamt relativ groß und modern, in einem konvertierten historischen Gebäude; das mit der Sanierung hat aber offensichtlich nur so halb funktioniert, das Gebäude ist nämlich von innen einigermaßen marode und verwohnt und außerdem durch den Umbau verdammt unübersichtlich geraten - hat mich zwei Wochen gedauert, unseren Briefkasten zu finden.... Aber von außen sieht es immer noch ziemlich beeindruckend aus; leider liegt unsere Wohnung innen im Gebäude, so daß wir einen netten Ausblick in den Innenhof haben. :-D

....und von außen :-)

Abgesehen davon, dass ich natürlich wieder im Prokrastionations-Modus bin was die Uni angeht (erste deadline: literature review in drei Monaten... ach nee, sind ja nur noch gut zwei übrig...), habe ich eigentlich in den letzten zwei Wochen einiges geschafft: mich bei einem Hausarzt angemeldet (jetzt habe ich eine NHS-Nummer und kann endlich meine viel zu teure private deutsche Krankenkassenmitgliedschaft kündigen, die mich schon seit Jahren total nervt!), meinen Supervisor und einige Kollegen getroffen, ein Bankkonto eröffnet (jaja, das hat am Ende tatsächlich geklappt - wenn auch mit einigen Schwierigkeiten...), einen Bibliotheksausweis für die Bücherei der University of Glasgow organisiert, überraschend einen spontan-Kaufrausch bei Primark überlebt (Klamottenmassen! Menschenmassen! Hilfe!), und sogar einen Handy-Vertrag abgeschlossen - eigentlich wollte ich ja wieder eine Prepaid-Variante, aber der Vertrag ist irgendwie viel praktischer, und zudem irgendwie auch noch günstiger. Gefühlt zumindest. Und außerdem habe ich jetzt auch endlich ein Smartphone! Juhu! :-D

WhatsApp habe ich schon installiert, nur so zur Info. ;-)

Ach so, und außerdem bin ich natürlich fleißig meinem Lieblings-Hobby nachgegangen: Kundenkarten einsammeln. *lol*

... more to come... ;-)

Glasgow als Stadt gefällt mir übrigens soweit ganz gut, und das Wetter ist auch deutlich besser als sein Ruf. Bilder folgen. :-)


Dienstag, 30. September 2014

Eine Insel!

Da bin ich nun also tatsächlich endlich mal auf einer Insel gelandet - zwar weder einsam noch tropisch, aber irgendwas ist ja immer... ;-) Auf jeden Fall wohne ich jetzt erst mal für die nächsten drei Jahre in Glasgow, Schottland (sofern nicht irgendwelche unvorhergesehenen Katastrophen passieren, die ich zwar eigentlich nicht erwarte, aber auf die ich - wenn man mal so meinen Hang zu Katastrophen aller Art berücksichtigt - im Prinzip immer vorbereitet bin); mal sehen, wie es mir hier so gefällt!

Der Start hat sich leider bisher als recht holprig erwiesen; die Anreise war gefühlt erstaunlich unorganisiert, seit etwas über einer Woche habe ich die erste Erkältung seit einer halben Ewigkeit, und die Britische Bürokratie hat mir schon die ersten Steine in den Weg geworfen - alles wie immer also.

Geflogen bin ich am 19. September von Bremen aus - mit Ryan Air. Abgesehen von der Tatsache, dass 15 kg teuer zum billigen Ticket dazu gekauftes Gepäck verdammt wenig sind wenn man plant, für einen längeren Zeitraum irgendwohin zu reisen, war die Organisation am Flughafen.... ungewöhnlich... Der eigene Terminal, den Ryan Air am doch eher übersichtlichen Bremer Flughafen sein eigen nennt, mutet doch sehr wie ein Provisorium an (auf jeden Fall ist er, zumindest von innen, optisch deutlich vom restlichen Flughafen zu unterscheiden); um zum Flugzeug zu gelangen, muss man zu Fuß über das Rollfeld latschen; und Fluggäste in irgendeiner Form geordnet abzufertigen wird offensichtlich total überschätzt.... Im Flieger selber habe ich mich zuerst extrem darüber gefreut, dass ich so wahnsinnig kurze Beine habe (alle anderen haben mich vermutlich sehr beneidet und die Flugzeughersteller und deren Betreiber verflucht), und mich dann gewundert - einmal darüber, dass seltsamerweise fast das gesamte Bordpersonal männlich war, und dann darüber, das die arme weibliche Flugbegleitung im Gegensatz zu ihren sehr adrett und seriös gekleideten männlichen Kollegen eine unfassbar hässliche und unvorteilhafte Uniform tragen musste (man denke an die Farben: gelb und blau. Nicht schön. Überhaupt nicht schön. Und, ganz ehrlich, auch überhaupt nicht seriös.) Erstaunlicherweise sind wir pünktlich in Edinburgh gelandet, obwohl wir fast 45 Minuten später abgeflogen sind als ursprünglich angegeben. Vielleicht waren die Verzögerungen bei der Ausweiskontrolle und dem Einsteigen von vornherein eingeplant...? (Ich bin tatsächlich nach Edinburgh geflogen, nicht direkt nach Glasgow, weil das Flugticket viel billiger war - und der direkte Expressbus braucht nur eine knappe Stunde für den Rest der Strecke....)

Vom zentralen Busbahnhof in Glasow bin ich dann per pedes mit meinem überdimensionierten Gepäck quer durch die Innenstadt bis zu meinem Hostel gelaufen; hätte ich den direkten Weg genommen anstatt zahlreiche unkoordinierte Abstecher zu machen (Stadtpläne werden überbewertet), dann wäre der Weg auch nicht mal besonders weit gewesen... Naja, so ein wenig Sighteeing unterwegs schadet ja nicht, und am Ende bin ich ja auch heile angekommen. :-) Das Hostel hat sich dann allerdings als relative Katastrophe herausgestellt: zwar ist die Lage prima - strategisch günstig, direkt am Fluß und nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt -, aber die Küche war eher minimalistisch ausgestattet (wer braucht schon Besteck), das WLAN hat jeden Nutzer immer nach 15 Minuten aus dem Netz geworfen, und das mit dem Putzen sollten die auch noch mal üben. Wie gut, dass ich da nur für eine Woche war. Obwohl sich so eine Woche manchmal ganz schön lang anfühlen kann.... Wenigstens habe ich mich mit einigen der anderen Gäste aus meinem Zimmer ganz prima unterhalten; eine davon habe ich zufällig im Kino getroffen, als ich mir "A most wanted man" angeguckt habe, woraufhin wir spontan in einen Pub sind, um Bier zu trinken; und von zwei Mädels, die auch für eine Weile hier in Glasgow bleiben werden, habe ich immerhin die Kontaktdaten. Ist doch schon mal ein Anfang.

Abgesehen von meinem Ausflug ins Kino habe ich es bisher irgendwie nur geschafft, zu Fuß weite Teile der Innenstadt zu erkunden; aber immerhin habe ich auch schon ein Museum besucht - eigentlich bin ich da nur rein, weil ich in dem Park unterwegs war, in dem das Ding steht, und ich ein Klo gesucht habe... (war aber trotzdem gut, und außerdem kostenlos) ;-) Eines kann ich jetzt schon sagen: alt/neu, klassisch/modern, exklusiv/heruntergekommen steht hier für Gewöhnlich eng nebeneinander.... Sobald ich meine Kamera nicht mehr mit mir auf Kriegsfuß steht, werde ich auch ein paar Bilder machen!

Ach ja, und was die Bürokratie hier angeht: Telefon und Bankkonto müssen wohl noch eine Weile warten - das ist alles nicht so einfach, offensichtlich. Was den Schweden ihre Personennummer ist, ist den Briten ihr Adressnachweis; nix kann man hier machen, wenn man keine aktuelle, lokale Adresse nachweisen kann. Pft... Wir arbeiten daran.


Mittwoch, 24. September 2014

Zwischenspiel: home, sweet home...

Wie vielleicht schon kurz angedeutet, habe ich diesen Sommer erstaunlich viel Zeit zu Hause verbracht – und damit meine ich ZU HAUSE zu Hause, wie in „Hotel Mama“… Tja, so was kann mitunter passieren; geplant war mein extensiver Aufenthalt in der alten Heimat allerdings so nicht. Egal.

Im Prinzip sah meine ursprüngliche Überlegung keinen ausufernden Heimaturlaub vor, wobei ich natürlich – wie üblich – in Wirklichkeit keinerlei konkrete Gedanken daran verschwendet habe, was ich denn bitte schön zwischen meinem Abschluß in Schweden und dem, was danach so kommen mag, tun (oder nicht tun) würde. Genau genommen hatte ich bis relativ kürzlich nicht mal einen Plan, was ich denn tatsächlich mit meinem neu erworbenen Wissen anstellen würde… Vorweg gesagt: ja, inzwischen gibt es einen Plan, den ich gerade in die Tat umzusetzen angefangen habe; und ja, dieser Plan (und alles darum herum) wird, mehr oder weniger, das Hauptthema zukünftiger Einträge. Dazu dann später mehr… ;-)

Wie auch immer, da ich schon seit geraumer Zeit relativ dringend das Bedürfnis verspürte, Schweden doch allstbaldigst (das ist, glaube ich, keine offizielles Wort, oder?) wieder verlassen zu wollen, hatte ich relativ spontan beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen – und den Sommerurlaub in Skåne inklusive angedachter Ausflüge nach Göteborg oder Stockholm, der ja schon im letzten Jahr ausgefallen war (da kam ja das ungeplante Praktikum dazwischen…), gegen eine eher unüberlegte Umzug-mit-Leihwagen-Aktion und einen verlängerten Aufenthalt in Wildeshausen zu ersetzen. Auch schön.

Die Zeit zwischen dem 16. Juli (Ankunft aus Malmö mit der Bahn) und dem 19. September (Abreise nach Glasgow mittel dem Flugzeug) habe ich immerhin recht gut genutzt, finde ich: Geburtstage gefeiert, Bier getrunken, Freunde besucht, Bier getrunken, shoppen gegangen, Bier getrunken…*grins* Und auf einem Festival war ich auch. Logisch, war ja Sommer; und wenn ich eh schon in der Nähe bin (oder so), bietet es sich doch an, wenigstens einmal in der Sonne zu schmoren und dabei gute und/oder laute Musik zu genießen. Und natürlich (zu teures) Bier zu trinken. ;-) Karten für nächstes Jahr sind auch schon bestellt. (Für die, die nicht wissen, wovon ich hier spreche – Amphi-Festival in Köln. Immer wieder gerne. J) Offensichtlich gab es etwas Bier-trinken-Nachholbedarf, nach der langen Trockenzeit im Land des Systembolaget… ;-)

Und sonst? Bin ich regelmäßig laufen gewesen – ich finde es immer noch irritierend, daß mich dabei ständig wildfremde Menschen freundlich gegrüßt haben; warum machen die das bloß? – und habe viel zu viel schlechtes Fernsehen geguckt; furchtbar, dass man so unglaublich viel Zeit damit verschwendet, Schwachsinn zu schauen und sich dabei noch noch darüber zu ärgern, daß man sich diesen Schwachsinn ansieht, wenn so ein Apparat zufällig rumsteht. (Ich weiß schon, warum ich selber keinen Fernseher habe …) Ach ja, und ich habe mir die Haare abschneiden lassen. Schnipp, schnapp, ganz ab. Eigentlich wollte ich auch noch mal das niegelnagelneue Hallenbad in ausprobieren, aber das hat irgendwie nicht mehr geklappt (der Eröffnungstermin war leider erst am 14. September); genau so wenig wie ins Kino zu gehen – im Sommer läuft ja echt nur Schrott…. Immerhin war ich einige Male mit Kamera bewaffnet unterwegs. Und wer schon immer mal sehen wollte, wie so die Stadt aussieht, in der ich meine Jugend verschwendet habe – bitte schön. J

(evangelische) Kirche...

.., Marktplatz mit neuem (links) und altem (rechts) Rathaus...

...noch mal der Marktplatz....

... und der Stadtpark!


Und jetzt? Nach endlosen Bemühungen (hi hi hi) und unzähligen Bewerbungen (...vier...) habe ich irgendwann Anfang Juli eine Zusage von der University of Strathclyde (die ist in Glasgow) für eine Promotionsstelle bekommen – das heißt, ich darf die nächsten drei Jahre lustig vor mich hin forschen. Mal sehen, wie das so wird – ich werde euch auf dem Laufenden halten. ;-)

Montag, 22. September 2014

Was bisher geschah, part 2: Master, Master, und schüß

Nachdem ich Weihnachten 2013 mal wieder in heimischen Gefilden verbracht habe, durfte ich Silvester in Malmö feiern – allerdings kann ich mich irgendwie nicht mehr so recht erinnern, warum. Könnte möglicherweise an den Preisen für die Zugtickets gelegen haben; bedauerlicherweise sind Bahnfahrten ja plötzlich teurer, wenn ein Feiertag in Sichtweite ist…. Wenigstens konnte ich eine Leidensgenossin aus meinem Public Health Kurs davon überzeugen, dass ein gemeinsamer Drink in meiner einladenden Küche genau das Richtige ist, um freudig dem neuen Jahr zu begegnen. Alkohol hatte ich in weiser Voraussicht günstig im Voraus erstanden und importiert…. J

Ende Januar war es dann endlich soweit, dass ich mit meiner Public Health Abschluss-Arbeit anfangen durfte; da aber der Abgabetermin erst im Mai war und ich außerdem überhaupt nicht eingesehen habe, mich so lange damit aufzuhalten, habe ich erst mal… kontempliert. Darüber nachgedacht, was ich schreiben könnte. Mir schon mal ausgemalt, wie es wäre, endlich fertig zu sein. Also mit anderen Worten: nix getan…. Alles wie immer halt. ;-) Immerhin hatte ich dieses Mal mehr oder weniger gute Ausreden für meine Aufschieberitis: warten auf einen Termin bei meinem Supervisor. Warten auf eine Rückmeldung von der WHO bezüglich der Daten, die ich benutzen wollte. Warten auf das endgültige OK für mein Thema, die Daten und meine Methodik. Und so weiter. Alles nur Ausreden, ist klar – aber warum hätte ich total motiviert mit irgendwas anfangen sollen nur um zu riskieren, dass ich alles verwerfen und wieder von vorne anfangen muss? Macht doch gar keinen Sinn. Außerdem, surprise, surprise: während ich so vor mich hin wartete, habe ich doch tatsächlich kurzfristig das Angebot erhalten, für die WHO einen dringenden Bericht fertig zu schreiben. Gegen Bezahlung, zur Abwechslung…. Da sagt man doch nicht nein – auch wenn ich eher nicht so in dem Thema drin war (egal, dafür weiß ich immerhin jetzt Bescheid über Tuberkulose in Europa). Dass dieses Projekt Vorrang hatte vor meiner Master Thesis versteht sich von selbst. ;-)

Die Thesis habe ich also schlussendlich innerhalb von vier Wochen abgehakt: Planung, Datenanalyse und Schreiben inklusive – gut nur, dass ich so gut wie keine Änderungen an meinem ersten Entwurf vornehmen musste. Mein Supervisor wollte eigentlich nur, dass ich meine Graphiken etwas umändere, was natürlich daran liegen könnte, dass ich 1) eigentlich keinen Kontakt mit ihm hatte abgesehen von dem ersten Kick-off-Meeting, und ich 2) nur eine einzige, fertige Version an ihn gemailt habe. Alle vorgeschlagenen Änderungen habe ich also natürlich sofort erledigt und mein Machwerk spontan abgegeben, vier Wochen vor dem Abgabeschluss; hat sich irgendwie seltsam angefühlt – als hätte ich Zeit verschwendet… *grins*  Vielleicht hätte ich mir noch Zeit nehmen sollen, meine Titel etwas zu kürzen; „fasse dich kurz“ war da irgendwie nicht mein Motto…. *lol*….
Danach musste ich nur noch im Juni meine Arbeit verteidigen, und schwupps, schon war ich fertig – bestanden, Master Urkunde per Post erhalten, Kapitel abgeschlossen.

Die Thesis-Präsentationen fand ich übrigens ziemlich seltsam: ein anderer Student präsentiert und kritisiert die eigene Arbeit… Theoretisch (mit etwas Glück) ergibt das eine interessante, konstruktive Diskussion über jede Thesis; in meinem Fall natürlich nicht. Manche Studenten nutzen offensichtlich die Gelegenheit, munter über fremde Arbeiten herzuziehen…. Naja, immerhin sind die nicht für die Notenvergabe zuständig. Genau genommen haben wir eigentlich gar keine Note bekommen. Bestanden/nicht bestanden reichte offensichtlich völlig aus, um der unterschiedlichen Qualität der eingereichten Artikel gerecht zu werden. Hmpf.

Ähnliche Erfahrungen habe ich dann übrigens auch mit meiner zweiten Thesis gemacht: Prokrastination auf extrem hohen Niveau, keine nennenswerte Betreuung durch die Uni, und ein merkwürdig anmutendes Thesis-Präsentations-Seminar… Der Zeitraum für die Verfassung der Arbeit war offiziell von März bis Mai, aber da ich ja schon mit einer anderen Thesis beschäftigt war (*hüstel*), habe ich mit dieser Arbeit eigentlich erst Ende Juni angefangen und mein fertiges Werk Anfang August eingereicht – vorausschauender Weise habe ich mich natürlich bereits im März erkundigt, ob es einen zweiten (Nachreich-)Termin für das Ding gibt. Gab es. J War natürlich wieder mal eine blöde Idee, das Thesis-Schreiben auf den Sommer zu verlegen: Sommer.in.Schweden…. das heißt, da ist kein Mensch da. Keiner arbeitet, alle haben Urlaub. Mein Supervisor leider auch. Ergo: kein feedback. Egal: habe ich halt meine erste (Roh-)Version als finales Produkt eingereicht; hat zum Bestehen locker gereicht… Und da wir bei dem Präsentations-Seminar Ende August nur zu zweit waren, war massenhaft Zeit, unsere beiden Arbeiten intensiv mit dem Prüfer zu besprechen. Das war unterm Strich ein sehr interessanter Vormittag, auch wenn ich es irgendwie merkwürdig fand, eine Präsentation für genau zwei Leute zu halten – den Verfasser der Thesis und den Prüfer…. Wie dem auch sei – bestanden, Kapitel abgehakt. Obwohl ich in diesem Fall noch darauf warte, dass mir die Uni endlich meine Master Urkunde per Post zustellt. J

War sonst noch was? Nö, ich glaube nicht. So gut wie keine Vorlesungen mehr, nur noch eine Klausur, und der Rest war – verbreitet Langeweile. Gefüllt mit recht viel Jogging und Binge-watching von Fernsehserien. Danke, Netflix. ;-)

Vorrübergehend wieder im Hotel Mama eingefallen bin ich bereits am 16.Juli (das letzte Mal mit der Bahn, yay!), nachdem ich allerdings die meisten meiner Sachen schon einige Tage vorher in einer ziemlich bescheuerten spontan-Aktion mittels eines Leihwagens zurück nach Deutschland gekarrt hatte; wie gut, dass ich inzwischen ein Vollprofi bin was Kofferraum-Tetris angeht, so hat fast alles (inklusive Fahrrad, aber exklusive Bett – das habe ich kurzfristig noch über Facebook verkauft…) in einem Ford Focus Platz gefunden… Danach stand in der Wohnung nur noch ein Küchentisch mit zwei Stühlen und eine Luftmatratze; die Stühle habe ich an meinem letzten Tag vor Ort verschenkt, und der Rest passte in das Mini-Auto meiner Mutter, mit dem ich noch mal für drei Tage zurück nach Malmö gefahren bin – hauptsächlich natürlich, um meine Thesis zu präsentieren. Offiziell ausgezogen aus meiner Wohnung in Malmö bin ich schließlich am 30. August; Inspektion, Schlüsselabgabe, rein ins Auto und nichts wie nach Hause. Hej då, Schweden. J

Donnerstag, 18. September 2014

Was bisher geschah, part 1 : Schweden für Davongelaufene

Tja, offensichtlich habe ich – möglicherweise aufgrund der zunehmenden Begeisterung für meinen Aufenthalt im Land der unbegrenzten… äh… Regenfälle… – im Laufe der Zeit meinen Blog zunehmend vernachlässigt. Um dem Rechnung zu tragen, werde ich natürlich nun an dieser Stelle keine Mühen scheuen, meine einprägsamsten Erlebnisse nachzureichen. Varsågod. ;-)

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, ich glaube, ich war gerade dabei, mein zweites Semester zu beenden und mich geistig auf mein Praktikum einzustellen (wenn nicht – egal, da mache ich jetzt auf jeden Fall weiter). Wie schon gesagt (oder auch nicht): das erste Semester war inhaltlich und niveau-mäßig ziemlich übersichtlich, und das zweite Semester hat dem auch nicht sehr viel hinzugefügt; einige Klausuren geschrieben, viel zu viel Gruppenarbeit gemacht, und vielleicht sogar ein bisschen was gelernt – und am Ende hatte ich urplötzlich völlig ungeplanterweise einen Praktikumsplatz. Immerhin bei der WHO in Kopenhagen, was ja an sich eigentlich ziemlich cool ist; aber damit waren leider auch meine großartigen Pläne für die lange Sommerpause dahin – eigentlich wollte ich mir nämlich schon noch etwas mehr von dem Land ansehen, in dem ich so spontan für zwei Jahre gestrandet war. Stockholm vielleicht. Auf jeden Fall aber wenigstens ein bisschen von der näheren Umgebung. Nicht, dass Malmö nicht alleine auch eine Reise wert wäre. Obwohl – nein, eigentlich ist Malmö alleine keine Reise wert. Zugegeben: meine sporadischen Ausflüge nach Lund haben mir schon gefallen.

Lunds Universitet - zur Abwechslung mal ohne Regen :-)

Bevor ich aber für etwas mehr als drei Monate zwischen Mai und August 2013 jeden Tag nach Kopenhagen gependelt bin, habe ich es tatsächlich irgendwie geschafft, der schwedischen Bürokratie zu trotzen und einen Platz in einem Schwedisch-Kurs zu ergattern: SFI – Swedish for immigrants – ist der kostenlose, staatliche Unterricht für alle diejenigen, die sich aus welchen Gründen auch immer ins Pippi-Langstrumpf-Land gewagt haben und nicht nur planen, bis auf weiteres da zu bleiben, sondern zu allem Überfluss auch noch der Überzeugung sind, Schwedisch lernen zu wollen. Oder müssen. Ich musste nie Schwedisch lernen (in Schweden spricht jeder prima Englisch, und mit etwas Geduld findet sich eigentlich auch immer jemand, der brauchbar Deutsch spricht); und nach relativ kurzer Zeit, in der ich mein absolutes Un-Talent für jegliche Art von Fremdsprachen-Aneignung unter Beweis stellen konnte, beschloss ich denn auch, Schwedisch nicht lernen zu wollen. Nichtsdestotrotz reichte mein doch recht übersichtlicher Wortschatz aus, um den ersten Kurs durch Bestehen der abschließenden Sprachprüfung erfolgreich zu beenden; der Anschluss-Kurs war dagegen nicht von Erfolg gekrönt. Den habe ich statt dessen aufgrund mangelnder Motivation kurzfristig abgebrochen – wenn man erst mal angefangen hat, irgendwo nicht mehr hinzugehen, ist das Ende mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unausweichlich… Immerhin habe ich insgesamt ungefähr ein Dreivierteljahr durchgehalten, von April 2013 bis Januar 2014 (oder war ich im Dezember das letzte Mal dort…?). Schwedisch spreche ich trotzdem nicht, aber wenigstens erkenne ich jetzt die Sprache, wenn sie von anderen gesprochen wird. *grins*

Als deutlich erfolgreicher sollte sich im Nachhinein mein Praktikum herausstellen. Abgesehen davon, dass ich jetzt weiß, dass die WHO ein recht hierarchisches Konstrukt mit ausgeprägt bürokratischem Eigenleben ist, kann ich zu Recht behaupten, sehr gute Erfahrungen gemacht zu haben – mein eigener Schreibtisch, ein eigenständiges Projekt, und extrem viel Freiraum bei der Ausführung meiner Aufgaben; unterm Strich ist sogar ein offizieller WHO-Bericht dabei herausgekommen, der meinen Namen als Mitautor auf der Titelseite trägt. Gar nicht so schlecht, gelle. J

http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0014/237011/WHO-EURO-Regional-Pharmaceutical-situation-Report.pdf?ua=1

Was ist sonst noch so passiert im spannenden Jahre 2013? Hm, gar nicht mal so viel – von Schweden habe ich natürlich nix weiter gesehen (aber stattdessen war ich ständig in Dänemark…), der Sommer war irgendwie viel zu schnell vorbei, und die Horror-Wohnung zwischen Autobahn und Knast – die ich, glaube ich, früher schon mal erwähnt habe, oder? – habe ich glücklicherweise recht schnell wieder eingetauscht – gegen ein Apartment im Malmö Studenthus. Ja, richtig, genau das Malmö Studenthus, aus dem ich erst Ende Januar ausgezogen war; da bin ich dann Anfang März wieder eingezogen. Nicht in mein altes Apartment, sondern in ein etwas größeres, drei Hauseingänge weiter; kein Balkon mehr, dafür aber einen wunderschönen Ausblick auf den Parkplatz vor der Tür und einen der Autobahnringe um Malmö herum direkt dahinter.

Küche, noch ohne eigene Möbel
Aussicht aus meiner Wohnung - leicht optimiert.... ;-)

Da diese Wohnung im Gegensatz zu den beiden vorherigen leider unmöbliert war, musste ich wieder mal handlich zerlegte Kleinmöbel in einem bekannten schwedischen Möbelhaus erstehen; alles schon mal dagewesen – im Restaurant zu viel Kaffee getrunken (kostenlos dank Family-Card), im Regallager zu schwere Kartons auf den Wagen gewuppt, und auf dem Parkplatz schließlich ausufernd Kofferraum-Tetris gespielt – wie gut, dass ich damit schon einige Erfahrungen hatte. Hat am Ende alles in meinen Kleinwagen gepasst, sogar das Bett. Mehr oder weniger, zumindest – etwas Schwund ist ja immer. Wer braucht im Auto schon einen Rückspiegel... ;-) Glücklicherweise war ich damals noch im Besitz eines Autos (seit diesem Jahr nicht mehr – Auto behalten oder Miete zahlen waren die Alternativen…), das zufällig sogar gerade in Malmö rumstand; hat sich als sehr nützlich erwiesen bei dem Umzugs-Marathon… Nachdem ich zurück ins Studenthus gezogen war, bin ich auch erst mal ne Weile nicht mehr umgezogen. Zumindest bis zum Sommer 2014. Aber das ist eine andere Geschichte. J

Im September 2013 waren die Sommerferien endlich zu Ende und ich durfte wieder zur Uni gehen; und weil mir das ja alles im ersten Jahr zu langweilig war, hatte ich bereits im Frühjahr beschlossen, etwas dagegen zu tun – und mich für ein weiteres Studienfach beworben: Kriminologie. Die Zusage hatte ich, also konnte ich meinen Kalender um zusätzliche Vorlesungen an der Universität von Malmö ergänzen; und nur zur Sicherheit (für den Fall, dass das alles noch nicht ausreicht, um davon abzulenken, dass ich nach wie vor in Schweden war, die Sprache nicht konnte, und auch sonst nichts zu tun hatte außer joggen zu gehen) hatte ich auch noch einen Kurs an der Archäologischen Fakultät in Lund belegt (Health and Diet through Human History – der beste Kurs, den ich in der ganzen Zeit hatte). Tja, damit fühlte sich die Zeit bis Weihnachten gar nicht mehr so lang an wie im Jahr davor. Und plötzlich war 2014. ;-)


…. To be continued…

In diesem Sinne, Tanja

Dienstag, 16. September 2014

Attention, please!

Ein freundliches HALLO an alle da draußen, mich gibt es tatsächlich noch – unglaublich, aber wahr…. ;-)

Nachdem  ich bereits mehrfach von offenbar interessierten Mitmenschen darauf angesprochen worden bin, ob ich nicht doch irgendwann meinen Blog wiederbeleben möchte (ich war mir gar nicht bewusst, dass er in der Zwischenzeit dahingeschieden war – tja, so kann´s kommen, wenn man sich amüsiert), kann ich nun die freudige Mitteilung machen, dass dies in der Tat passieren wird. Jetzt. Bald. Ok, demnächst.

Bevor ich mich tatsächlich ernsthaft (*lol*) an die Arbeit machen kann, müsste ich erst mal wieder den Anschluss an die Technologie der Neuzeit finden; ohne Internet-Zugang hat sich das Führen eines Internet-Blogs nämlich als eher problematisch herausgestellt… Seit ich mich wieder in heimatlichen Gefilden aufhalte, was unglaublicher Weise schon seit ca. sechs Wochen der Fall ist (huch, time flies, oder so), bin ich hoffnungslos abgeschnitten von der wunderbaren Welt des Internets – bis auf die unerquicklichen… äh, erfreulichen, meine ich natürlich… Ausflüge zum einem bekannten, aber hier nicht näher benannten Fast-Food-Unternehmen, das freundlicherweise einen mehr oder weniger kostenlosen, wenn auch beschränkten online-Zugang zur Verfügung stellt… Tja, manchmal mag weniger mehr sein, aber das trifft in diesem Fall definitiv nicht zu – ich bin gerne online, und ich will einen schnellen, unbegrenzten Zugang zum Internet haben! Jetzt! Sofort! Dauerhaft offline zu sein ist ganz großer… Mist. L

Naja, man kriegt halt nicht immer, was man haben will. Das könnte im Übrigen auch mein abschließendes Fazit für mein Intermezzo in Skandinavien sein: wie vielleicht bereits aus vorherigen Einträgen ersichtlich (eventuell deutet auch die zunehmende Absenz derselben dezent in diese Richtung), waren meine Schweden-Erlebnisse eher abschreckender denn einladender Natur. Aber dazu mehr später… BTW, wozu ich vermutlich, trotz gegenteiliger Ankündigung, doch nichts mehr nachreichen werde, ist Kanada – nicht, dass mir nichts mehr einfiele, aber irgendwie erscheint mir das Ganze inzwischen eher als Geschichte denn als Geschichten.


In diesem Sinne bis ganz bald, Tanja

PS: Dieser Eintrag wurde bereits am 14.09. verfasst. ;-)

Samstag, 9. Februar 2013

Cross-Cultural Adaption

Schon wieder ein neues Jahr, meine Güte, wie die Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert.... Die letzten paar Wochen waren leider weniger durch Zeitmangel als vielmehr durch - äh - Langeweile geprägt. Und was folgt aus Langeweile: Genau, Beschäftigung mit 1.Sinn-freiem Kram, 2.zusätzlichen kostenlosen Online-Kursen ohne weiteren Bezug zum aktuellen Studium, und 3.dem eigenen Befinden. Oder dem Sinn des Lebens. Oder so. Alles natürlich keine echten Gründe, meinen Blog so zu vernachlässigen.... ;-)

Also zuerst mal die guten Nachrichten: mit edX und Coursera gibt es im Internet zwei hervorragende Anbieter von kostenlosen Kursen auf hohem Uni-Niveau, zu allen möglichen Themen - zwei Kurse habe ich schon abgeschlossen (Health in numbers: prima Biostatistik und Epidemiologie-Kurs von Harvard University; und Drugs and the Brain, von CalTech). Gibt zwar keine offiziellen Credits oder so, aber ein nettes Zertifikat. Kann man für nix gebrauchen, aber wenigstens lernt man was. :-)
Und weil das so schön war, habe ich mich gleich noch mal für vier oder fünf oder sechs andere Kurse angemeldet. Koscht ja nix.... *freu* Allerdings deutet mein übertriebenes Interesse an zusätzlichem Lernmaterial natürlich auch irgendwie an, dass mein eigentliches Studium irgendwie nicht das ist, was ich erhofft hatte; alles ok, aber das Tempo ist mäßig, und das fördert nicht gerade meine Motivation. Naja, das erste Semester habe ich ja schon erfolgreich ausgesessen, da schaffe ich den Rest auch noch... Für das nächste Semester sind immerhin nur zwei Kurse angesetzt (Health Economics und Health Policy), und ab Mitte Mai dürfen wir uns dann in ein Praktikum stürzen. Bisher lässt mein Enthusiasmus noch auf sich warten.

Womit wir auch schon beim nicht so guten Teil wären: ist alles irgendwie nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte... Also hier mal ein kleiner Exkurs in Sachen kultureller Anpassung.
Cross-cultural adaption, wie man so schön sagt, findet in der Theorie in vier Phasen statt:
1. Honeymoon-Phase.
2. Crisis
3. Recovery
4. Adjustment
Am Anfang ist alles toll, dann ist alles scheiße, dann wird es besser, und zum Schluß ist man mit der Welt und sich im Reinen. Theoretisch.

Die erste Phase hat bei mir.... ungefähr einen Tag gedauert. Bisschen kürzer als normal, aber noch im Rahmen. Zur Zeit bin ich noch in Phase zwei (gekennzeichnet durch ...."fight and flight"), die dauert angeblich bis zu sechs Monate, bis jetzt ist also alles noch ok. Allerdings befürchte ich, dass ich die letzten beiden Phasen einfach auslasse. Kurz gesagt: Schweden mag für einen Urlaub toll sein, aber zieht besser nicht her.... Die Leute hier sind reserviert bis unfreundlich, die Bürokratie gigantisch, und die Sprache lädt auch nicht gerade dazu ein, gelernt zu werden. Tja, und dann wäre da noch die Geschichte mit der Wohnungssituation...

Am letzten Januar-Wochenende bin ich tatsächlich aus meiner lauschigen kleinen Einzimmerwohnung ausgezogen und in die nicht ganz so lauschige, dafür etwas größere Wohnung eingezogen, in der bereits eine meiner Mitstudentinnen wohnt (hatte ich erwähnt, glaube ich). Der Plan war auch ein guter: besseres Wohnviertel und lustige Gesellschaft. Dachte ich. Hatte man mir versprochen. In der Praxis ist natürlich wieder mal alles ganz anders: die Wohnung ist ein schlechter Witz, gelegen zischen Autobahn, Industriehafen und Knast, seit gefühlten zwanzig Jahren weder renoviert noch geputzt, und meine Mitbewohnerin meidet Mitmenschen. Oder zumindest mich. Fazit: Anfang März ziehe ich wieder mal um. Könnte ein neues Hobby von mir werden...Aber etwas positives kann ich natürlich auch daran finden; meine neue(ste) Wohnung ist im gleichen Wohnkomplex wie meine erste Wohnung hier, nur etwas größer; und ich kann da wohnen bleiben, bis ich mit meinem Studium hier fertig bin. :-)

Und zum Schluß noch was erfreuliches: seit zwei Wochen habe ich endlich auch eine schwedische Personennummer. Hat ja auch nur drei Anläufe und fünf Monate gebraucht.



Montag, 10. Dezember 2012

Update: Schweden für Uneingeweihte...

Hm, der letzte Eintrag war am 01. September... Ist ja schon was her... ;-) Da wird´s ja langsam Zeit für ein kleines Update! :-)

Was also haben mich die letzten drei  Monate so gelehrt? Dass die Zeit irre schnell vergeht, zum Beispiel... Ist tatsächlich schon wieder fast Weihnachten, kaum zu glauben. Das Wetter ist auf jeden Fall ziemlich weihnachtlich: Schnee, Wind und Temperaturen knapp unter Null; und in (fast) jedem Fenster ist irgendwas an weihnachtlicher Dekoration angebracht, meistens in ziemlich bunt... Ach ja, und mit vielen Lichtern. ;-) (Kleine Einschränkung: Rosengard, also das Viertel, in dem sich mein Studentenwohnheim befindet, ist eher nicht wie der Rest Schwedens.... siehe auch: Malmö Rosengard, Wikipedia....).

Blick vom meinem Schreibtisch am 02. Dezember...   

Ansonsten weiß ich jetzt über Schweden: dass die Hoffnung auf schnelle Bearbeitung von amtlichen Anträgen (z.B. für die hier fast lebensnotwendige Personennummer) müssig ist; dass das Klima nicht kalt genug ist, um von Kakerlaken verschont zu werden; und dass Heizungen unter Garantie am Wochenende während eines Schneesturms ausfallen... Ach ja, und dass schwedische Studenten gegen Benotung sind (das Konzept ist hier eher unbekannt...). :-)

Wobei ich beim Studium angelangt wäre: bis jetzt habe ich fünf Präsentationen (glücklicherweise alle als Gruppenarbeit) und eine Klausur überstanden, fehlen also nur noch zwei Klausuren und die Begutachtung von zwei Gruppenarbeit-Reports - und dann hätte ich das erste Semester auch schon hinter mir! Wie gesagt, time flies.... oder so. ;-) So richtig viel beschäftigt mit Studieren war ich bis jetzt aber eher nicht; mal sehen, wie die nächsten beiden Klausuren so ausfallen - wenn die sind wie der Rest bisher, kann ich wohl behaupten, dass ich dem Niveau hier durchaus gewachsen bin. Könnte allerdings weniger an meinen intellektuellen Fähigkeiten als an dem Niveau liegen; hier sind doch alle eher darauf bedacht, dass "Lernen" eine angenehme Sache ist und nicht zu sehr das seelische Wohlbefinden der Studenten beeinträchtigt. Darum vermutlich auch keine Noten.... Egal, kein Grund, sich zu beschweren! *grins* Mal sehen, was die nächsten Semester so für Überraschungen mit sich bringen: da das Curriculum für das Public Health Programm ständig überarbeitet wird (da ja Kritik und Änderungsvorschläge von allen Seiten gehört werden), sind wir irgendwie dauerhaft Versuchskaninchen für Neuerungen! Auf jeden Fall habe ich sehr coole Leute kennengelernt - und auch einige sehr merkwürdige... ;-)

Mit einer meiner coolen Mit-Studentinnen werde ich übrigens ab Januar eine WG bilden. Lustiger Zufall: in eben der Wohnung, die mir bereits im Juni zu- und kurzfristig wieder abgesagt wurde.... Wäre nicht die Bekannte meines zukünftigen Vermieters dazwischen gekommen, wären Cat und ich schon seit August Roomies. Scheint vorherbestimmt zu sein! *lol*

In diesem Sinne: God Jul, Merry Christmas, Frohe Weihnachten - und einen guten Rutsch ins neue Jahr. See you all in 2013!!! :-)

hi hi hi....





Samstag, 1. September 2012

...and now to something completely different...


Kaum zurück in Deutschland, schon wieder weg aus Deutschland.... Da ist wohl irgendwie mein Blog ein wenig auf der Strecke geblieben... Könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass ich leider die meiste Zeit keinen Internet-Zugang hatte. Erstaunlich, wie sehr man sich daran gewöhnen kann, immer und überall kostenlos (!) online zu gehen! ;-)

Nun ja, jetzt bin ich also in Schweden. Genauer: in meinem eigenen kleinen Apartment in Malmö; 21m² mit Balkon nur für mich alleine – Bett, Dusche, Küchenzeile, was will man mehr. Leider hat das ganze zweieinhalb Haken; nicht nur, dass ich relativ weit entfernt bin von der Innenstadt (in einem Stadtteil mit höchstens mittelmäßiger Reputation, wobei das nur der halbe Haken ist), mein Mini-Apartment gehört der Uni und ist somit 1. nicht gerade preiswert, und 2. muss ich spätestens nächstes Jahr im Juli wieder ausziehen, um Platz für einen neuen Erstsemester-Studenten zu schaffen... Egal, wenigstens habe ich erst mal eine Bleibe, und es dürfte jetzt, wo ich vor Ort bin, auch deutlich einfacher sein, etwas Neues zu finden. So weit die Hoffnung. :-)

Blick nach draußen von meinem Schreibtisch aus....

Offizieller Semesterstart ist eigentlich erst am Montag, aber da in Schweden alles etwas anders ist als in Deutschland, hatten wir in den letzten beiden Wochen bereits allerhand Programmpunkte: International Arrival Day am 21.08. (hauptsächlich organisatorischer Kram, inklusive Mietvertrag unterschreiben und Wohnungsschlüssel in Empfang nehmen, mit anschließendem Shuttle-Service nach Malmö), allgemeine Introduction weeks von der Uni für alle neuen internationalen Studenten (inklusive einer Welcome Party, die leider schon ausverkauft war, als ich nach einer etwas anders als geplant verlaufenen Bahnfahrt endlich in Lund angekommen bin, und allen möglichen anderen Events – von Info-Meetings über Sightseeing bis zu Trips zu IKEA...), mehrere Treffen mit meiner Mentoren-Gruppe (die durch soziale Events sicher stellen sollen, dass man sich gut im fremden Land einlebt), und nicht zu vergessen die Introduction Week des von mir ausgewählten Studienprogrammes: Master´s Programme in Public Health.... Da gab es dann schon mal einen Blick auf die einzelnen Kurse und die Lehrer, viele wichtige Informationen, und selbstverständlich auch die Gelegenheit zum gegenseitigen Beschnuppern; und gestern Abend einen ersten Einblick ins Nachtleben von Malmö, inklusive meiner ersten Versuche, Salsa zu tanzen. (Keine besonders erfolgreichen, sei an dieser Stelle angemerkt – aber Spaß hats gemacht...) Ach ja, und eine Karte für die Bibliothek konnte ich auch schon ergattern.... ;-)

Mein Eindruck bisher: die Uni ist top-ausgestattet, alles ist hervorragend organisiert, und aufgrund der bunten Mischung unterschiedlichster Menschen im Kurs werden die nächsten zwei Jahre nicht nur sehr lehrreich, sondern vermutlich auch ziemlich interessant. Mit viel Platz für socializing.... *grins* Ach ja, und Schweden gehört natürlich zu Skandinavien, was in einer für mich eher ungewohnten Form der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern resultiert: jeder ist immer für jeden ansprechbar, und statt wichtiger Titel wird üblicherweise nur der Vorname benutzt. Und als Student hat man hier jede Menge Gelegenheit, seine Meinung kund zu tun und sich zu involvieren – und man wird sogar gehört und ernst genommen.... Wie cool ist das denn... :-)

Aufgrund der ganzen geplanten Aktivitäten hatte ich bis jetzt leider wenig Gelegenheit, meinen Blog zu schreiben, aber das wird hoffentlich wieder besser; spätestens dann, wenn ich in meinem Zimmer endlich Internet habe (bis jetzt muss ich dafür in den Aufenthaltsraum im Nebengebäude – eigentlich nicht wirklich schlimm, aber lästig...). Kann aber noch was dauern, musste erst ein Modem bestellen; mal sehen, ob ich auch tatsächlich eines bekomme, obwohl ich keine schwedische Personen-Nummer angeben konnte. Die braucht man hier für so ziemlich alles: um ein Konto zu eröffnen, einen kostenlosen Schwedisch-für-Immigranten-Kurs zu machen, sogar, um die Monatskarte für den Bus registrieren zu lassen.... Seltsam.... In Deutschland würde dieser exzessive Gebrauch der Sozialversicherungsnummer zu einem Aufschrei der Entrüstung führen: da käme sicherlich schnell der Verweis auf Datenschutz! Egal, andere Länder, andere Sitten; und bald habe ich hoffentlich auch so eine Nummer, dann kann ich offiziell ein Mitglied der schwedischen Gesellschaft werden. ;-)

Mittwoch, 1. August 2012

Zurück! .... erst mal

Da bin ich also seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland - und hatte doch irgendwie noch keine Gelegenheit, meinen Blog weiter zu schreiben! Tja, vorbei die Zeit, als ich immer und überall Internet zur Verfügung hatte, und das auch noch kostenlos.... ;-)

Zur Zeit bin ich leider irgendwie von der Online-Welt nahezu vollkommen abgeschnitten; und auf Dauer kann ich den Kaffee bei McDonalds nicht mehr sehen... Naja, leider ist das im Moment meine einzige Möglichkeit, überhaupt mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen. Und aus diesem Grund gibt es meine restlichen Kanada-Erlebnisse auch eher nicht so zeitnah. Aber ich werde mich bemühen, alles Wesentliche noch nachzureichen, sobald es geht!

Weil meine Zeit leider gleich wieder abgelaufen ist, hier nur so viel: alles gut gelaufen, Jetlag überlebt, Dauerschlaf wieder eingestellt - und, Freude über Freude - , mit den deutschen Behörden läuft es soweit auch. So mehr oder weniger, zumindest: Auto ist wieder angemeldet, beim Arbeitsamt bin ich jetzt gemeldet, und einen Kleiderschrank habe ich seit gestern auch wieder..... :-) Am 21. August geht es allerdings schon wieder los - mit der Bahn nach Lund, um mein nächstes Studium anzutreten! Ach ja, und eine Wohnung habe ich inzwischen auch, für das erste Studienjahr ziehe ich in ein Studentenwohnheim in Malmö. *freu*

Alles wird gut! :-)

Donnerstag, 12. Juli 2012

gestrandet in Napanee: Rideshare für Anfänger...

Was macht man, wenn man von Ottawa nach Toronto fahren möchte, aber nicht so viel Geld für den Bus ausgeben will? Genau, man antwortet auf eine Rideshare-Annonce im Internet. Und hofft, dass man auch da ankommt, wo man hin möchte....

Klingt wie ein guter Plan, dachte ich; also habe ich per Email Kontakt aufgenommen und mich mit meiner Fahrerin darauf geeinigt, dass ich ihr 25$ für die Fahrt gebe, und sie mich dafür am Samstag Vormittag gegen elf in der Nähe meines Hostels in Downtown Ottawa einsammelt. Eine zweite Mitfahrerin war im Hostel auch schnell gefunden (und damit die Hoffnung, meinen Beitrag für das Benzin noch ein wenig reduzieren zu können), und nach einer kurzen Absprache mit meiner zeitlich befristeten englischen Reisebegleitung (der am gleichen Tag die Strecke mit dem Zug gefahren ist, was mich zu dem Kommentar veranlasste: "heute bin ich mal schneller da als du"...) standen also zwei deutsche Mädels auf dem Parkplatz vor einem Liquor-Store. Und um kurz nach elf ist dann auch tatsächlich unsere Mitfahrgelegenheit aufgetaucht.

Als sich ziemlich schnell herausstellte, dass Lara aufgrund ihrer deutschen Großeltern ein hervorragendes Deutsch spricht, war auch der Weg geebnet für eine interessante Unterhaltung (auf deutsch!), man war sich soweit sympathisch, und alles war gut. Zuerst.... Bis wir ungefähr auf der halben Strecke von der Polizei angehalten wurden, weil Lara es mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht so genau nimmt!

Alles halb so schlimm, wenn wir nicht mit 153km/h unterwegs gewesen wären statt der erlaubten 100. Und weil sie nicht nur reichlich flott war, sondern auch noch eher unübliche Überholmanöver unternommen hat (rechts überholen ist also auch in Kanada nicht erlaubt...), und dabei leider an einem auf dem Seitenstreifen stehenden Polizeiwagen vorbei gefahren ist, war Schluß mit lustig: sofortiger Führerscheinentzug für sieben Tage - und das Auto wird auch für diese Zeit beschlagnahmt....! Und weil keiner von uns weiterfahren durfte, wurde fix ein Abschleppwagen gerufen, der auch nach ca. 20 Minuten schon da war. Also kam das Auto auf den LKW, und die drei Passagiere ins Polizeiauto.... Das uns dann freundlicherweise an der nächsten Autobahnraststätte mitten im Nirgendwo einfach ausgesetzt hat!

wir und unser Gepäck an der Raststätte...
Immerhin weiß ich jetzt drei Dinge über Napanee (die nächstgelegene Stadt): abgesehen davon, dass es sehr klein ist und darum die Autovermietungen am Wochenende nicht geöffnet sind, ist das der Heimatort von Avril Lavigne. Aha. ;-)

Gut nur, dass es an der Raststätte ein Restaurant mit kostenlosem WiFi und kostenlosen Cola-Refills gab, so konnten wir wenigstens nach einer Autovermietung suchen und dabei ganz schön viel Cola trinken. Dummerweise war die einzige Agentur, die nicht nur geöffnet war, sondern auch noch ein Auto für uns hatte, in Kingston; und das ist fast 50km in die falsche Richtung... Egal, schnell gebucht, schließlich war es inzwischen nach vier, und außerdem haben die sich bereit erklärt, uns kostenlos abzuholen. Gegen fünf waren wir also wieder in Kingston (da hatten wir Stunden vorher schon unsere Mittagspause gemacht...); und nach viel Diskutieren und Telefonieren und Verhandeln konnten wir dann auch irgendwann mit einem Auto weiterfahren - das dann 300$ kosten sollte (wegen der Einweg-Miete) und das ICH mieten musste, weil ja unsere Fahrerin keinen Führerschein mehr hatte!!! Mein ursprünglicher Plan sah eigentlich nicht vor, selber mit einem Auto nach Toronto zu fahren....

Bis nach Toronto sind wir dann auch soweit problemlos gekommen; nur mit dem Auto zurückgeben gab es dann wieder Probleme... Lara hatte ihre Familie zum Flughafen bestellt, um abgeholt zu werden, weil wir dachten, dass die Leihwagen-Filiale da bis um elf geöffnet hat; leider stellte sich heraus, dass es direkt am Flughafen gar keine gibt (zumindest nicht von Discount), und die nächst-gelegene war nicht so ganz einfach zu finden. Und als wir die endlich gefunden hatten, war natürlich schon geschlossen....  (Ich hasse es, im Dunkeln ohne vernünftige Karte in einer riesigen, fremden Stadt herumzufahren - besonders mit einer Beifahrerin, der überhaupt keinen Orientierungssinn hat und mich ständig in die falsche Richtung lenkt!)
Prima Vorschlag von Lara: einfach Schlüssel in den Kasten werfen.... Super Idee! Und dann alles mit meiner deutschen Kreditkarte bezahlen, die als Sicherheit hinterlegt ist? Und was ist dann mit den ganzen zusätzlichen Auslandsgebühren???


 Am Ende habe ich vorgeschlagen, dass ich das Auto über Nacht behalte und am nächsten Tag abgebe - so konnte ich wenigstens sicher sein, dass meine Kreditkarte nicht belastet wird, und im Zweifel auch noch ein Telefonat mir der Agentur in Kingston veranlassen, sollte es Probleme geben. Immerhin würden die sich mit Sicherheit an uns und unsere Abmachung erinnern (wir haben einen Preisnachlass verhandelt)... Und außerdem mussten wir nicht auch noch mitten in der Nacht mit dem ganzen Gepäck quer durch die Stadt, denn zu unseren Hostels wollte uns ihr Bruder nicht fahren. Sehr freundlich. Glücklicherweise hatte ich zwischendurch mit meinem Hostel telefoniert, und obwohl die Rezeption eigentlich nach Mitternacht nicht mehr besetzt ist, hat freundlicherweise jemand im Hostel auf mich gewartet - bis fast halb eins.... Und mit dem anderen Hostel, in dem Simone, der zweite Fahrgast, unterkommen sollte, hat er auch noch telefoniert, damit auch jemand auf sie wartet. Also habe ich nur schnell eingecheckt, mein Gepäck ins Zimmer gebracht und dann Simone zu ihrem Hostel gefahren; und danach einen Parkplatz gesucht! Und nach einer schnellen Pizza in einem Imbiss war ich dann schlussendlich gegen halb zwei endlich angekommen... Und natürlich gab es einen Spruch am nächsten Tag bezüglich meiner Ankündigung, deutlich früher in Toronto anzukommen als der Zug.... ;-)


Wenigstens hatten wir so die Gelegenheit, am Sonntag einen kleinen Ausflug zu machen - mit dem Auto! Wenn man schon mal eins hat. *grins* Und erfreulicherweise war das Zurück-Geben kein Problem; nur draufgezahlt haben wir natürlich wieder: 311,46$ statt der vereinbarten 300$... Naja, unterm Strich hat uns die Fahrt so nur etwas mehr als 20$ pro Person gekostet: 15$ für Sprit (für den Leihwagen), die 12$ für das Auto, und ca. 10$, die Lara mit Simones Handy vertelefoniert hat - wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn Lara ein funktionierendes Telefon dabei gehabt hätte.... Wenigstens war es nicht langweilig!!!!

Freitag, 29. Juni 2012

Einmal Vancouver – Okanagan Valley und zurück...


Sechs Tage habe ich mir Zeit gegeben, um von Vancouver bis ins Okanagan Valley und wieder zurück zu fahren – eine Strecke von etwas über tausend Kilometern, auf wenig befahrenen, aber dafür landschaftlich umso schöneren Highways – durch bekannte und weniger bekannte Städte, über Berge und Flüsse, und natürlich quer durch den sogenannten „Obstkorb“ Kanadas! (Also die Gegend, wo sie hier den meisten Wein anbauen. *grins*) Da dummerweise der Anfang meiner Reise etwas holprig war (siehe früherer Beitrag...), wurde dies die Woche der Improvisation; nicht, dass sich nicht auch vorher schon das ein oder andere Mal Pläne irgendwie auf dem Weg in Luft aufgelöst hätten.... ;-)

Nach erfolgreich überstandener Nacht auf dem Wal-Mart Parkplatz in Squamish (zu der Stadt kann ich leider nichts sagen, da ich im Dunkeln angekommen bin und nach den Erfahrungen der Nacht am Morgen eigentlich nur noch weiter wollte...) war am Sonntag gegen Mittag Whistler mein erster Stop: die einzige international bekannte Stadt auf meiner Tour, und auch die bisher einzige Stadt in Kanada, die eine echte Fußgängerzone hat! Naja, genau genommen besteht die ganze Stadt nur aus Fußgängerzone, wenn man mal von den ganzen mit Hotels zugepflasterten Gebieten rings um das Zentrum herum absieht... Ansonsten hat natürlich die Winter-Olympiade hier statt gefunden, mit dem Resultat, dass die Stadt nicht nur sehr sauber, sondern irgendwie auch sehr neu aussieht! Scheint doch ziemlich viel hier extra für das große Event angelegt worden zu sein – und was die Vorbilder für diese Retorten-Stadt waren: schwer zu erraten.... *zwinker* Aber nicht falsch verstehen: Whistler hat mir trotzdem gut gefallen, auch wenn man eher das Gefühl hat, in einer Art Disney-Land für Erwachsene gelandet zu sein! Komplett mit Snowboard- und Downhill-Radfahr-Statisten, um den Eindruck realer zu gestalten, hihihi....

das Wetter war optimierbar!



Nach einer Stunde bin ich dann aber schon weiter, weil ich nicht länger für das Parkhaus mitten in der Stadt zahlen wollte (es gibt auch kostenfreie Parkplätze, die habe ich aber erst bei meinem zweiten Besuch entdeckt – das kommt aber erst später, viel später), und habe mit meinem Subway-Sandwich die nächste Picknick-Gelegenheit am Highway zum Mittagessen genutzt; erfreulicherweise war das nicht einfach nur ein Parkplatz mit Picknick-Tischen, sondern gleichzeitig auch ein kleiner Naturpark, inklusive kurzem Hiking-Trail und nettem Ausblick auf einen Wasserfall! Hätte ich da nicht noch die ganze Zeit gedacht, dass mein Kofferraum nicht abgeschlossen ist, wäre das ein echt prima Tag geworden...

Auch wenn nur das Stück von Vancouver bis nach Whistler als „Sea-to-Sky-Highway“ bekannt ist, lohnt es sich definitiv, dem Highway 99 North weiter zu folgen – wenig befahren und mit einem weitestgehend bemerkenswerten Panorama! Die meisten Orte, durch die man durch fährt, kennt kein Mensch; meistens auch zu Recht, möchte ich an dieser Stelle mal kurz einfügen. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass irgendwo auf dem Stück zwischen Vancouver und Kamloops (habe doch tatsächlich vergessen, in welchem dieser Mini-Städtchen) jedes Jahr eines der ältesten und größten Rodeos in ganz Kanada stattfindet... ;-)

Die nächste Übernachtungs-Station auf meiner Rundreise war dann erst Kamloops, auch wenn mein ursprünglicher Plan eigentlich vorsah, in Pemberton anzuhalten (aber das war mir dann zu langweilig); dieses Mal übrigens auf einem McDonalds-Parkplatz. Sehr praktisch für Abendessen und Frühstück! *grins* Und da ich erst relativ spät angekommen bin, hat mich Kamloops gleich mal mit einem unglaublichen Sonnenuntergang begrüßt. Sehr großartig!



Mit ungewaschenen Haaren und dem Gefühl, nicht mehr so ganz blumig frisch zu riechen, bin ich dann am nächsten Morgen erst mal ins Visitor-Information-Center: gibt es tatächlich Sehenswürdigkeiten hier? Und wo ist, möglichst zentral, ein kostenloser Parkplatz....? Einen perfekten, weil kostenlosen Parkplatz gibt es tatsächlich, wenn auch so gut versteckt (und nicht ausgeschildert), dass man den nicht durch Zufall finden kann (Die anderen Touristen haben alle fürs Auto abstellen bezahlt; tja, gewusst, wie...); ja, und was das mit den touristischen Highlights angeht – eher nicht. Bis auf die motivierenden Fußgänger-Treppe vielleicht, mit deren Hilfe man erfreulicherweise die ewig dauernde Warterei verhindern kann, wenn ein Güterzug durchfährt...



Nachdem Kamloops dann nach ca. drei Stunden soweit abgehakt war, hieß es, das nächste Übernachtungsziel anzusteuern: und da sich in der Zwischenzeit das Kofferraum-Problem erledigt hatte (DANKE!!! an dieser Stelle dem kompetenten Mitarbeiter bei Ford in Kamloops), und ich zudem bei einer bekannten Burgerkette den kostenlosen Internet-Zugang genutzt habe, um mir für die Nacht ein Bett zu organisieren, bin ich relativ zügig bis nach Kelowna durchgefahren (was habe ich mich auf eine Dusche gefreut...!). Mein einziger Stop auf dem Weg war dann konsequenterweise ein WC-und-Kaffee-Stop, auch wenn ich den gut nutzen konnte, um mir Vernon anzusehen – kennt kein Mensch, ist aber angeblich berühmt für die vielen Wandmalereien. Ach ja, und sie haben nicht nur viele bunte Wände, sondern auch massenhaft Tattoo-Studios! (Und eine „Altstadt“.) Sehr merkwürdig.



Kelowna dagegen ist doch eher bekannt in Kanada, hauptsächlich für den Strand und dafür, dass es momentan eine der am schnellsten wachsenden Städte des Landes ist. Tja, Kelowna in einem Satz? Beachtown im Aufschwung mit Kunst im Park und einem abgebrannten Naturpark... Aber ganz schön fand ichs schon, und auch wenn mein Hostel eher eines der schrägen Sorte war (sehr – alternativ....), habe ich dann am nächsten Morgen erst mal meinen Aufenthalt um eine Nacht verlängert. Immerhin wollte ich mir wenigstens etwas von der Umgebung ansehen: See, Wälder, alles sehr idyllisch. Es sei denn natürlich, man beschließt, ausgerechnet den Park zum Wandern zu benutzen, der vor ein paar Jahren abgebrannt ist. ;-) Hätte mir ja auch mal jemand vorher sagen können! Wofür war ich schließich im Touristen-Info-Center???

Kelowna: Kultur...

.... und Kunst....

.... und: wer hat denn diesen Radweg gebaut???

Der Weg von Kelowna nach Penticton am nächsten Tag führte dann durch Orte mit lustigen Namen wie Peachland und Summerland; in Peachland (sehr idyllisch, übrigens) gibt es nicht nur ein deutsches Gasthaus, sondern auch das vermutlich kleinste Sears-Kaufhaus, das in ganz Kanada existiert, während Summerland insgesamt eher das größte Nichts war. (Wird als Touristenort empfohlen, stimmt aber nicht – anhalten lohnt nicht.) In Penticton hatte ich dann gleich zwei Nächte gebucht, weil zum einen die Stadt großartigen gelegen ist – zwischen zwei Seen, mitten im Weinanbaugebiet – , und zudem das Hostel im Prospekt einen sehr guten Eindruck machte. Hat sich dann soweit auch als gute Idee herausgestellt; die Stadt beeindruckt mit einem großartigen Panorama (Seen!Berge!), und mein Ausflug auf einem der sehr gepflegten Hiking-Pfade wurde mit einem sehr guten Mittagessen auf einem Weingut gekrönt... :-)

such das Kaufhaus!



Nach zwei Nächten in der Jugendherberge im Herzen des Okanagan Valleys war dann auch schon wieder Samstag, und somit der Tag gekommen, an dem ich meinen Leihwagen wieder zurück bringen musste zum Flughafen in Vancouver; und wo ich schon mal da war, konnte ich bei der Gelegenheit auch gleich mal meinen Besuch für die nächsten zwei Wochen einsammeln!


Freitag, 22. Juni 2012

The Maritimes – die unterschätzten Atlantikprovinzen Kanadas!


Es ist gerade mal eine Woche her, seit ich Vancouver verlassen habe, und doch fühlt sich das alles schon ganz weit weg an – kaum zu glauben, aber die Atlantikprovinzen (New Brunswick, Nova Scotia, Prince Edward Island) sind nicht nur verdammt weit weg von British Columbia (mehrere tausend Kilometer, oder auch ein fast-sechs-Stunden-Flug!), sondern auch unglaublich anders...!

Der Westen ist gedanklich bei mir schon so weit weg, dass ich mich kaum in der Lage fühle, meine noch ausstehenden Blog-Einträge fertig zu stellen. Immerhin bin ich schon angefangen.... aber auch auf die Gefahr hin, dass meine Beiträge zunehmend unchronologisch werden (es sei mir verziehen....), habe ich mich jetzt doch dazu entschlossen, erst mal meine aktuelleren Erfahrungen im Wort festzuhalten, hinterher vergesse ich sonst noch irgendwas (wichtiges oder nicht ganz so wichtiges *grins*)!

Letzten Mittwoch bin ich also in Halifax gelandet, nach einem Nachtflug von Vancouver über Montreal – und leider musste ich nicht nur umsteigen und dafür drei Stunden in Montreal am Flughafen Zeit totschlagen, sondern mir wurden auf dem Weg auch noch vier Stunden (!!!) geklaut, so dass ich gegen Mittag Ortszeit ohne zwischendurch auch nur eine Minute geschlafen zu haben bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30° Celsius wieder mal auf einen Bus gewartet habe. Der hat mich dann in die unverhältnismäßig weit von dem doch sehr übersichtlichen Flughafen entfernte Hauptstadt von Nova Scotia gebracht: eine relativ kleine Stadt in einer für kanadische Verhältnisse winzigen Provinz. Immerhin war das Wetter besser als in während meiner gesamten Zeit in British Columbia.... ;-)

Der Weg von der Bushaltestelle zum Hostel sollte sich dann als quasi wegweisend für meinen gesamten Aufenthalt in Halifax herausstellen, hatte ich doch da bereits einen „Leidensgenossen“ gefunden, der die gleiche Herberge ansteuerte. Beim Einchecken wurde dem namenlosen Engländer dann gleich unterstellt, meine bessere Hälfte zu sein (oder wie auch immer); und als wir uns dann eine Stunde später auch noch im Supermarkt wieder über den Weg gelaufen und zusammen zurück zum Hostel marschiert sind, war schon so gut wie beschlossene Sache, dass die Pub Tour (am Abend organisiert von unserer freundlichen Jugendherberge) eine gute Gelegenheit wäre, auch noch zusammen ein Bier zu trinken. Erfreulicherweise konnten wir noch eine andere Engländerin überreden, mit uns zu kommen; aber leider war für uns alle drei schon nach einem Bier Feierabend – ohne die Nacht vorher geschlafen zu haben ist mit feiern leider nix mehr in fortgeschrittenem Alter.... ;-)

Nachdem ich dann am Donnerstag erst wach geworden bin, als das Housekeeping an die Tür geklopft hat (da war es schon halb zwölf – auch wenn es sich für mich eher nach halb acht angefühlt hat, mein Körper war noch auf Pazifik-Zeit), hat der Tag irgendwie nur dazu gereicht, sich mal kurz in der Stadt umzusehen, einen Kaffee zu trinken und den fast schon vergessenen Sonnenbrand aufzufrischen. Immerhin waren wir ja so gegen sechs wieder im Hostel verabredet, um – genau, Bier zu trinken.... ;-) Wenigstens konnte ich schon feststellen, dass die Stadt eigentlich ganz interessant ist und eine schöne Hafenpromenade und einen (kostenlosen!) viktorianischen Garten hat, und außerdem war mein Mittagessen viel billiger als in Vancouver! Freitag war dann ein Gewaltmarsch angesagt, um nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Bild festhalten zu können, sondern außerdem noch eine kleine Runde durch den Pleasant Point Park zu machen: keine Stadt in Kanada ohne ihren eigenen Naturpark innerhalb der Stadtgrenzen.... *grins* Da wir aber irgendwie alle nach stundenlangem Rumgerenne eher zu platt für irgendwelche „socializing activities“ waren, gab es abends dann nicht mal mehr ein Bier.... :-(





Naja, da ich den Gedanken, für zwei oder drei Tage nach Charlottetown auf Prince Edward Island zu fahren, aus Zeitgründen gestrichen habe, habe ich statt dessen in Halifax eine Nacht verlängert – hauptsächlich, um wenigstens noch einen Ausflug in die Umgebung machen zu können, aber auch, weil ich noch nicht so recht wusste, wohin als nächstes... Puh, Pläne machen kann ja so anstrengend sein. Also bin ich am Samstag noch nicht, wie ursprünglich geplant, abgereist, sondern habe am Vormittag erst noch die Zitadelle besichtigt (und eine sehr interessante und vor allem sehr lustige, kostenlose Führung mitgemacht), um danach einen handelsüblichen Touristenbus zu besteigen und mich nach Peggy´s Cove fahren zu lassen. Ist ja vermutlich nicht umsonst der am meisten photographierte Punkt im Osten Kanadas, dachte ich. Stimmt, ist wirklich sehr nett da, aber leider ist das Örtchen nicht nur eher winzig, sondern auch noch voller anderer Touristen, die wohl das selbe gedacht haben wie ich.... Egal, Photos machen, kurz umsehen, Crepes essen, und nach einer Stunde Aufenthalt ging es eh wieder zurück....

die berühmte Uhr...

....Mittagskanone....

....alles ganz schön schottisch hier!

und der berühmteste Leuchtturm Kanadas in Peggy´s Cove


Am Sonntag bin ich dann abgereist: mein kurzfristig erstandenes Busticket sollte mich auf dem Weg nach Quebec City erst für zwei Tage nach Fredericton, der Hauptstadt von New Brunswick, bringen, und danach weiter nach Riviere de Loup (schon in Quebec). Erfreulicherweise kann man die Fahrt im Bus mit den in den Maritimes und Quebec ansässigen Gesellschaften (im Gegensatz zu Greyhound) nämlich zwischendurch unterbrechen! Macht die Entscheidung, ob man auf dem Weg irgendwo mal anhält und sich für einen Tag die Gegend ansieht, deutlich einfacher... :-)

New Brunswick wird hier wohl auch ganz gerne mal die „drive-through-province“ genannt, weil keiner anhält, sondern von Quebec kommend gleich weiter fährt nach Prince Edward Island; so schlimm ist es hier aber gar nicht – sieht eher verdächtig nach zu Hause aus: Mischwald, Wiesen, Kühe. Und dann gibt es noch lustige Dinge wie z.B. die selbst ernannte Blaubeer-Hauptstadt Kanadas mit einer riesigen, grinsenden Blaubeere als Maskottchen (Oxford), oder Blumenläden, die nebenbei auch Eis verkaufen (in Florenceville). Allerdings muss ich auch zugeben, dass echte Attraktionen irgendwie fehlen; immerhin ist Fredericton eine positive Überraschung: schöne Häuser, eine gut erhaltene historische Altstadt, viele Bäume und Parks, und mittendrin ein malerischer Fluss – was will man mehr. Aber macht nicht den Fehler, Sonntags abends anzureisen (so wie ich), da fährt nämlich leider kein Bus vom Busdepot in die Stadt (und das ist arschweit!), und in der Stadt hat auch so gut wie nichts auf. Egal, nach dem Taxi, das ich mir ja leider leisten musste, war eh kein Budget mehr da für Essen und Bier in einem Pub....

Saint John River, mit Blick auf Downtown Fredericton

Historisches Viertel, hübsch eingezäunt

seit wann verkauft IKEA komplette Häuser?

Nach zwei Nächten in einer seltsam leblosen und leicht muffigen Herberge (wofür „Heritage House“ nicht alles als Ausrede herhalten muss!), in der ich alleine in einem Vier-Bett-Zimmer war (es verlaufen sich wohl im Allgemeinen nicht so viele Touristen nach Fredericton), hat es mich dann wieder zum Busdepot verschlagen, um meinen Weg nach Westen fortzusetzen – auf nach Quebec, französisch-Kanada!!!