Samstag, 31. März 2012

Nationalpark-Tourist

Da ich in weiser Voraussicht gleich mal zwei Nächte in Jasper gebucht habe - wegen zu erkundigender touristischer Highlights, fluktuierender Preise und überhaupt - , hatten wir ziemlich viel Zeit, die Gegend zu erkunden, da sich die Stadt selber als.... naja, KLEIN herausstellte (und innerhalb von ca. 30 Minuten touristisch ausgeschöpft war, zumindest im Winter...). Also sind wir am Donnerstag nach dem obligatorischen Frühstück bei Tim Hortons (ich mag den Kaffee und die Bagel, ehrlich!) ins Auto gestiegen und erst mal Richtung Maligne Lake gefahren. Die Strasse war wieder mal abenteuerlich (Schnee! Eis!), und geschneit hat es am Anfang auch; aber egal, da muss man durch.

such die Straße...
Der See war dann (Überraschung!) total zugefroren und zugeschneit, so dass man irgendwie nicht wirklich was sehen konnte (Sommer: coole Farbe....), und die Hiking-Trails sind irgendwie um diese Jahreszeit auch eher nicht zu gebrauchen - außer natürlich mit Langlauf-Skiern, die wir rein zufällig nicht mit hatten... Dafür haben wir mal kurz ausprobiert, ob der Schnee wirklich so tief ist wie er aussieht (ja, war er *grins*), und sind dann mit Stiefeln voller Schnee und nassen Socken und nassen Hosen wieder ins Auto; nächster Stop: Maligne Canyon!

Die geplante Kaffeepause musste dann leider ausfallen, da das Restaurant am Parkplatz zum Canyon natürlich im Winter geschlossen ist (zu wenig Bekloppte, die durch Tiefschnee und über vereiste Wege marschieren wollen, vermutlich....), aber so was hält mich genauso wenig von meinem touristischen Vorhaben ab wie Warnhinweise, dass die Wege "not maintained" sind und darum glatt und unter Umständen gefährlich sein könnten. Rubbish! Und losmarschiert! Leider hatten die Schilder nicht ganz unrecht und Kai hat sich ordentlich auf die Nase gelegt - aber der zugefrorene Canyon war schon ein Highlight....

Maligne Canyon
Weil uns der geplante Kaffee- und Kuchen-Stop fehlte, sind wir danach relativ hungrig nach Jasper zurück und haben alle anderen angedachten Aktivitäten ersatzlos gestrichen, um bei Subway ein Sandwich zu essen, in einem kleinen Laden viel zu teure Chips zu kaufen und uns dann mit Bier aus einem kleinen Liquor-Store in unser Hotelzimmer zu verziehen. Erfreulicherweise hat Kai in seinem Koffer eine Flasche Jägermeister gefunden, und die musste natürlich auch erst mal getestet werden; gut nur, dass es in Kanada in den Cola-Automaten auch Orangensaft aus der Dose gibt, da musste ich den Jägermeister wenigstens nicht pur trinken...

Am Freitag war dann nach dem Auschecken aus dem Hotel eine kurze Fahrt zum Pyramid Lake angesagt (was eigentlich schon für Donnerstag geplant war), wo ein übermotivierter Hund erst mal einen von meinen Handschuhen angesabbert hat, und wo es natürlich wieder mal nicht viel zu sehen gab außer viel Schnee und Eis; und danach gab es dann einen kleinen Abstecher zum einzigen Ski-Gebiet in Jasper, Marmot Basin. Statt Ski zu fahren haben wir aber nur in der Sonne gesessen und Tee getrunken, muss ja nicht alles so anstrengend sein. ;-)



Und dann ging es auch schon wieder zurück auf den Highway Richtung Banff; angehalten haben wir zwischendurch natürlich auch wieder - Schnee, Schnee, Schnee.... Vermutlich müsste man einfach noch mal im Sommer wiederkommen, um sich die Attraktionen auf dem Weg auch tatsächlich angucken zu können (Gletscher, Seen, Wasserfälle, eigentlich alles sehr großartig, aber leider zur Zeit gerade nicht verfügbar....). Immerhin hatten wir Begegnungen mit Bergschafen (mitten auf der Straße) und riesigen, eher un-schüchternen Krähen, wenn man unterwegs schon keine anderen Menschen trifft!



... Fortsetzung folgt....

Donnerstag, 29. März 2012

ich fühl mich so touristisch....

Seit fast zwei Wochen keinen Job mehr, aber dafür seit über einer Woche Besuch - und schon bin ich zum Touristen mutiert.... ;-)

Da bin ich also letzten Dienstag mit einem Mietwagen, den ich für eine Woche gebucht habe (und der wieder mal so was von zu groß war!), nach Calgary gefahren, um meinen Bruder einzusammeln (ein ziemlich winziger Flughafen, dafür, dass das hier in weitem Umkreis der einzige internationale Flughafen ist...), und habe bei der Gelegenheit gleich noch zwei deutsche Mädels mit nach Banff genommen, die Kai natürlich im Flugzeug kennen gelernt hat. Als hätte ich geahnt, dass ich ein großes Auto mit großem Kofferraum brauchen würde! Abgesehen von dem üblichen Verfahren (können die in einer Baustelle kein Schild aufstellen, wo man lang fahren muss????) ging das auch erstaunlich gut, Parkgebühren habe ich auch keine bezahlt (die ersten 30 Minuten im Parkhaus sind frei - da fährt man halt wieder raus und rein, wenn man länger warten muss *g*), und auf der Rückfahrt habe ich mir dann auch gleich noch erklären lassen, wie man einen Tempomat benutzt. Da hat sich der Tag doch schon gelohnt, wieder was gelernt. ;-)

Am Mittwoch dann gleich los - muss man doch ausnutzen, wenn man schon mal ein Auto hat - und auf den Weg gemacht nach Jasper; vorher natürlich die unvermeidliche Kaffeepause bei Tim Hortons (das war noch in Banff), und nach ca. 50km der erste Stop in Lake Louise. Leider kann man im Winter eher nicht so gut sehen, wie großartig der See tatsächlich aussieht, aber er ist berühmt für seine intensiv-blaue Farbe - im Winter gibt es dafür Schneeschuh-Wanderungen auf dem See und Ski-Langlauf um den See herum, und natürlich das unvermeidliche Schlittschuhlaufen und Hockeyspielen; außerdem wird jedes Jahr im Februar ein Eisskulpturen-Festival veranstaltet, für das wir aber leider zu spät waren und nur noch Reste begutachten konnten...

Eis-Schloss auf dem Lake Louise
Nach einem interessierten Rundblick im angrenzenden Hotel (Fairmont Lake Lousie, ein riesiger Kasten direkt am See, und ein verdammt teurer noch dazu!) und in der gleichnamigen Siedlung (die noch nicht mal den Namen Dorf verdient hat - eine Tankstelle, eine "Mall", und noch zwei Hotels - ach ja, und ein Parkplatz....) dann wieder auf den Highway: wobei der Name "Highway" für den Highway 93, der von Lake Louise nach Jasper führt, auch wieder eine Übertreibung ist, stellte sich das doch als ziemlich schmale Straße ohne Seitenbegrenzung, dafür aber mit viel Schnee und Eis auf der Fahrbahn heraus. Naja, egal, sind ja nur 230km bis nach Jasper... ohne Stadt, Tankstelle oder sonstige Zeichen menschlicher Besiedlung unterwegs, quer durch zwei Nationalparks und vorbei an einer ganzen Reihe ziemlich beeindruckender Gletscher, Seen und Berge! Leider sind die Seen im Winter nicht so richtig faszinierend, da man ja nur Schnee sieht und die coolen See-Farben (von intensiv-blau bis zu grün) nur im Sommer zu sehen sind. Und das Columbia-Icefield, die größte Attraktion auf dem Weg, ist im Winter (von Oktober bis Mai) dann mal gleich ganz geschlossen. Unglaublich, aber trotz der ganzen Ski-Gebiete ist hier ernsthaft im Sommer Hochsaison! Wenigstens konnten wir aus der Entfernung Photos machen, reichen die Gletscher doch teilweise tatsächlich bis fast an die Strasse.... :-) Und alles nur Eis zwischen den Gipfeln! ;-)

Athabasca-Glacier - Columbia Icefield

Irgendwann gegen sechs sind wir dann auch endlich angekommen (sechs Stunden für knapp 300km, kein schlechter Schnitt...) und haben in unserem eigentlich viel zu teuren Hotel eingecheckt; die Maligne Lodge hatte eher was von einem Motel, war aber nach der örtlichen Jugendherberge mit einem gemütlichen 42-Bett-Schlafsaal die günstigste Alternative. Ist halt ne kleine Stadt - Angebot und Nachfrage... Wenigstens waren die Burger im Pub lecker, und gutes Bier gab´s auch.  Ach ja, und Kabelfernsehen und ne Kaffeemaschine im Hotelzimmer.... *grins*

....Fortsetzung folgt....

Dienstag, 20. März 2012

Schluss mit Working, her mit Holiday!

Nachdem ich meine letzte Schicht im Einzelhandel bereits letzten Dienstag hinter mich gebracht habe und seit Samstag Abend auch meine Tage in der Tourismus-Branche fürs erste vorbei sind, ist jetzt erst mal Schluss mit der ganzen Arbeiterei, endlich wieder Zeit für Urlaub und ein paar richtig touristische Dinge! :-)

Und weil ich bei all den Dingen, die noch zu planen und organisieren sind, eh die ganze Woche nicht richtig schlafen konnte - endlich Freizeit! und Besuch! Jobs kündigen! Stadt nach fünf Monaten verlassen! Autos und Flüge und Unterkünfte buchen oder umbuchen! ach ja, und das Leben nach Kanada planen! aber dazu später *grins* - , konnte ich mich tatsächlich schon mal ein wenig mit der Agenda der nächsten Monate (naja, eher die nächsten Wochen, ihr kennt mich ja...) beschäftigen.

Da sich die Dinge im Leben manchmal doch anders ergeben als vorhergesehen (besonders dann, wenn man eher mal Dinge spontan aus dem Bauch raus entscheidet wie meine Wenigkeit), ändern sich auch ursprüngliche Pläne; gut nur, dass meine eher diffus waren... Neuer Plan: genug gearbeitet, den Rest meiner Zeit in Kanada werde ich das Geld verprassen, das ich in den letzte Monaten gespart habe (oder auch was mehr....). Und das nicht nur, weil ich nach vier Monaten fast ohne einen freien Tag doch eher keine Lust mehr auf Arbeiten habe, sondern auch, weil ich meinen Aufenthalt in der Ferne ein wenig verkürzen muss und schon am 02. August wieder den Flieger Richtung Heimat besteigen werde.

Die nächsten fast vier Wochen habe ich auf jeden Fall erst mal Besuch, morgen hole ich meinen Bruder in Calgary vom Flughafen ab. Dann gibts erst mal zwei Wochen Rocky Mountains für Touristen, eine Busfahrt nach Edmonton, und einen Besuch in der West Edmonton Mall; und danach ist Vancouver angesagt, hoffentlich mit Frühling und Walen. Daumen drücken ist also angesagt! (Nicht nur für die Wal-Sichtung, sondern wohl auch für ein paar regenfreie Tage.) Es wird also in nächster Zeit wieder mehr von mir zu hören sein, inklusive neuer Bilder. Also immer schön dranbleiben!!!

Ach ja, und was meinen verkürzten Aufenthalt in Kanada angeht: nach einer kurzen Stipvisite in der Heimat geht es Ende August gleich weiter ins nächste fremde Land, Schweden steht danach auf dem Programm-Plan. Universität Lund, ich komme!!!! :-)

Mittwoch, 7. März 2012

mehr Schnee!!!

Ja, ich weiss, es ist immer noch Winter, denn der Winter in Kanada ist lang... Aber warum fällt denn an einem einzigen Tag im März hier so viel Schnee wie zu Hause im ganzen Winter nicht? Da hat es Sonntag Nacht ein wenig angefangen zu schneien, am Montag Morgen auf dem Weg zur Arbeit wünschte ich schon , ich hätte Stiefel, und abends hätte ich dann Schneeschuhe gebraucht...

Blick aus dem Wohnzimmerfenster am Montag Morgen

Schnee!!!

Da werde ich mir wohl noch die Woche Stiefel kaufen.... :-)

Mittwoch, 29. Februar 2012

Photos! oder so...

So, Photos sind soweit erst mal wieder sortiert und bei Flickr hochgeladen. Leider funktioniert die Vorschau, die ich bis jetzt hatte, nicht mehr; tja, also habe ich versucht, einen neuen Link zu basteln. Mal sehen, ob es funktioniert hat... ;-)

Dummerweise hat man ja nie ne Kamera dabei, wenn man gerade die Gelegenheit hätte, das perfekte Bild zu machen: das Rotwild direkt vor der Haustür (das sich, nebenbei bemerkt, keinen Deut darum geschert hat, dass ich zur Arbeit musste und vorbei gehen wollte), die riesigen Krähen auf dem Bürgersteig (die sich auch keinen Zentimeter weg bewegt haben), und meine erste Sichtung von Nordlichtern (grün!) müsst ihr mir also ohne Beweis glauben.... *grins*

Aber ich bin ja noch ne Weile hier, vielleicht habe ich ja Glück und bekomme eine zweite Chance, das alles im Bild festzuhalten! Wenigstens habe ich angefangen, die hiesigen kulinarischen Highlights (manchmal auch zweifelhafter Natur) bildlich zu dokumentieren, auf persönlichen Wunsch eines mir namentlich bekannten Menschen...

Raisin-Scone aus dem Supermarkt - kann man essen

Wildberry-Scone in einem örtlichen Cafe - der ist ganz lecker
(Deine Scones sind auf jeden Fall besser....!)

Allerdings lassen die Ernährungsgewohnheiten eines durchschnittlichen Kanadiers dann doch zu wünschen übrig; bei den Preisen für Obst und Gemüse und eigentlich für alles halbwegs Gesunde aber auch kein Wunder, und Brot können die hier gar nicht... Würde ich eher als Toast bezeichnen, weich und geschmacksneutral, und ungetoastet quasi gar nicht essbar... Ganz zu schweigen von den ganzen Zusatzstoffen: ein "Brot", dass sich sogar ungekühlt mehr als zwei Wochen hält, ist mir ja irgendwie suspekt!

A propos Zusatzstoffe: neu gewonnene Produkt-Kenntnisse (dank meines großartigen Einzelhandels-Jobs) lassen mich ja europäische Richtlinien im Allgemeinen und deutsche Besonderheiten im Speziellen in einem sehr viel positiveren Licht betrachten; nicht nur, dass Lebensmittel zu Hause üblicherweise ohne Konservierungsmittel auskommen müssen (von Ausnahmen mal abgesehen), auch auf eine ganze Reihe anderer schmackhafter Zutaten dürfen wir glücklicherweise verzichten - von fiesen Farbstoffen (Azofarbstoffe in Lebensmitteln!!!) über reichlich widerliche künstliche Aromen bis hin zu unaussprechlichen und unglaublich überflüssigen anderen chemischen Wunderwaffen.... Die meisten Süssigkeiten, die wir verkaufen, dürften in der EU vermutlich aus dem einen oder anderen Grund illegal sein... Immerhin verkaufen wir ne ganze Menge importiertes Zeug, hat schon seinen Grund, wenn die Kunden dafür aberwitzige Preise zu zahlen bereit sind. Und sogar Überraschungs-Eier! Die werden aber hauptsächlich von amerikanischen Touristen gekauft, in den USA sind die nämlich verboten.... (US-Behörden scheinen der Intelligenz ihrer Einwohner nicht über den Weg zu trauen - fiese Kombi aus essbar und nicht essbar - am Ende sterben noch die Kinder, weil sie Schokolade und Spielzeug verwechselt haben... tragisch....)

Ach ja, und a propos Kunden: was ist denn das bitte für ein Land, in dem die Kunden nicht in der Lage sind, GELD mitzunehmen, wenn sie was kaufen wollen??? Haben deren Eltern denen nicht beigebracht, immer wenigstens ETWAS Kleingeld in der Tasche zu haben??? Wie selbstverständlich wird für jeden noch so kleinen Betrag ne Karte gezückt.... (ok, ich bezahle auch gerne mit meiner EC-Karte, aber üblicherweise 1. nicht unter 10$, und 2. hätte ich im Zweifel auch Bargeld dabei) Und wenn man dann sagt "...unter 10$ nur Barzahlung", dann gucken sie dich verständnislos an und zuckeln zum nächsten Geldautomaten, oder lassen gleich alles liegen und suchen fluchend das Weite. Und meistens ist der fragliche Betrag nicht knapp unter 10$, sondern weit darunter - die meisten haben ÜBERHAUPT KEIN GELD dabei.... (Naja, bei McDonalds können sie ja schließlich auch die 1,05$ für einen kleinen Kaffee mit Kreditkarte bezahlen. Ist also logischerweise unsere Schuld.)

Andere Länder, andere Sitten - stimmt.

Freitag, 24. Februar 2012

keine Zeit, keine Zeit...

Da habe ich mir doch mal wieder vorgenommen, einen schönen langen, ausführlichen Bericht zu schreiben - und dann brauche ich so lange, um die passenden Photos zu sortieren, dass wieder mal keine Zeit ist: leider muss ich gleich schon wieder los zur Arbeit.... Irgendwas läuft hier gerade schief...

Naja, nicht mehr lange, und dann ist wieder mehr HOLIDAY und weniger WORKING angesagt; Ende März kehre ich Banff den Rücken und werde zusammen mit meinem Bruder (juchu, Besuch!!!) erst nach Edmonton fahren und mich dann endlich aufmachen Richtung Vancouver. Was freu ich mir!!! :-)

Aber bis dahin heißt es noch: arbeiten, arbeiten, arbeiten... Und, natürlich, frieren; zwar ist es nicht durchgehend wahnsinnig kalt hier, aber selbst die durchschnittlichen 0 bis -10° Celsius werden auf Dauer doch lästig. Seit ich hier bin - und das ist immerhin schon seit Anfang November der Fall - hat sich das Wetter eigentlich nicht wesentlich geändert: abwechselnd kalt und sehr kalt, immer mal wieder ein wenig Schnee, und zwischendurch (damit es nicht zu langweilig wird) taut es, so dass überall unter dem Schnee ne ordentliche Portion Eis versteckt ist. Und da das mit der Technik hier so ne Sache ist, ist es natürlich in den Räumen entweder viel zu warm (Feuerstelle!), oder viel zu kalt (nennt sich dann Heizung), und warmes Wasser zum Duschen hat sich ja in meiner Unterkunft als Glückssache entpuppt. Geht doch nichts über ne kalte Dusche und ne zugige Wohnung, wenn man total durchgefroren vom Hiken kommt und die Finger kaum bewegen kann, weil man versucht hat, bei -20° C Photos zu machen - ohne Handschuhe natürlich, weil man mit dicken Handschuhen ja irgendwie den Auslöser nicht trifft.. ;-)

Wenigstens hatte ich zwischendurch insgesamt drei (sic!) freie Tage, die ich erfreulicherweise mit ortsüblichen Outdoor-Aktivitäten verbringen konnte: Schlittschuh-Laufen (das erste Mal wieder seit ungefähr hundert Jahren), Eis essen, Upper Hot Springs besuchen, und natürlich Hiken. Erkundet habe ich drei Trails: Hoodoos Trail, Tunnel Mountain Trial, und Sulphur Mountain Trail; Photos von allen drei Hikes folgen - wie gesagt, so wenig Zeit... Tja, und aufgrund einer echt fiesen Erkältung habe ich das letzte Wochenende außer der Reihe frei gehabt, zumindest teilweise (Paulette vom Candy Shop hat mich sozusagen vom Dienst freigestellt - leider heißt "nicht arbeiten" hier aber auch "kein Geld verdienen"...); den halben Samstag und den ganzen Sonntag habe ich dann aber irgendwie eher im Bett verbracht.... (siehe oben: Frieren in der Wohnung...). Kann also nur besser werden!

Freitag, 27. Januar 2012

Berge, heisses Wasser und Pasta....

Letzte Woche hatte ich schon wieder einen freien Sonntag, da könnte ich mich glatt dran gewöhnen... ;-) Glücklicherweise war es nicht mehr so kalt, und die Sonne schien auch, also bin ich wieder mal zum Hiken ausgerückt; gut ausgerüstet, versteht sich - blöd nur, dass "gut ausgerüstet" immer auch bedeutet "total bepackt mit einem viel zu schweren Rucksack"... Aber man muss ja für alles gerüstet sein: Spikes (bei zu viel Eis), Socken zum Wechseln (wegen zu viel Schnee), ein zusätzlicher Pullover (falls doch zu kalt), ein zweites Paar Handschuhe (dicker als das erste natürlich, für alle Fälle), eine Flasche Wasser, Müsliriegel, und was einem halt noch so einfällt. Nur für die Sicherheit, versteht sich.... *grins*

Mit einem gefühlt-20-Kilo-Rucksack rauf auf den Sulphur Mountain ist schon eher anstrengend, aber dafür lohnt sich die Aussicht allemal; von oben hat man einen großartigen 360°-Ausblick auf alle Berge in der Umgebung, und davon gibt es hier reichlich - und Downtown Banff hat man ebenso im Blick wie das umgebende Tal und den Fluss, sehr schön, das! Zwar könnte man auch die Gondel nehmen, die in 8 Minuten den Gipfel erreicht, aber das wäre ja irgendwie geschummelt. Dafür habe ich dann die Gondel den Berg runter genommen, rauf war anstrengend genug - 700 Höhenmeter auf 5,5 km Weg, und dafür habe ich 1,5 Stunden gebraucht! Puh, einmal oben brauchte ich erst mal ein Stück Kuchen und ne Tüte Chips, nicht zu vergessen den großen Becher Kaffee. Gut nur, dass es - rein zufällig, natürlich - oben ein Cafe mit Aussicht gibt!
kleiner Orientierungspunkt...

kleiner Snack....

Ausblick auf einen Teil der umliegenden Berge...


... und auf ganz Banff!!!


Den Weg runter mit der Gondel musste ich dann auch nicht mal bezahlen - wahrscheinlich hatten die entweder Mitleid (die Arme, musste den ganzen Weg zu Fuss rauf....) oder Angst (die ist bestimmt verrückt, bei so viel Schnee den Berg raufzulatschen...). Wie auch immer, da ich, einmal oben angekommen, wie wahnsinnig gefroren habe, bin ich also gleich mal in die heißen Thermen von Banff marschiert - bietet sich irgendwie an, da Gongola und Hot Springs direkt nebeneinander liegen. Tja, wie es der Zufall so will, hatte ich sogar meinen Badeanzug im Rucksack - als hätte ich das geplant... ;-) Eine Stunde im 39° warmen Wasser zu liegen hat was extrem entspannendes; und im die Sache noch ein wenig besser zu machen, habe ich mir auch noch ne Massage gegönnt.... Ist ja schließlich Urlaub... *grins*

Nach so viel Entspannung hätte ich eigentlich gerne noch hin der Stadt lecker was gegessen, blöderweise war mir aber nach dem ganzen auf-den Bus-warten wieder so kalt, dass ich direkt nach Hause bin und erst mal unter die Dusche musste - ist, abgesehen davon, auch nicht ganz so optimal, wenn man nach ner Massage und anschließendem Dampfbad nicht vor Ort duschen kann, weil die Leitungen eingefroren sind - Technik, die begeistert - ist ja nicht so, dass es hier öfter mal so kalt wäre... also zu Hause duschen, schnell irgendwas in die Mikrowelle schmeissen, und dann nichts wie ins Bett! Sehr schöner Tag...! :-)

Und gestern haben wir dann unsere Firmen-Weihnachtsfeier (Candy-Shop) nachgeholt: Pasta Wednesday im Primrose, eines der Restaurants im Rimrock Hotel. Vorher haben wir uns in einem Pub getroffen und erst mal was getrunken, und dann mit dem Taxi rauf zum Rimrock; sehr cool, mal als Gast den Haupteingang benutzen zu können, sonst darf ich ja nur durch den Mitarbeiter-Eingang rein...

Und dann gab es verdammt viel zu essen: Appetizer (gegrilltes Gemüse, Meeresfrüchte, Brot usw), Salat, Pasta bis zum Abwinken, Käse, und natürlich: Dessert!!! Und alles in Buffet-Form; Salat und Pasta nach persönlichen Wünschen frisch gemacht von einem freundlichen Koch deines Vertrauens... ;-) Und das Beste zum Schluss: ein Schokobrunnen... *freu*

Dazu natürlich der unvermeidliche Alkohol: ganz viel Wein und der beste Martini meines Lebens - Ice Whine Martini... War tatsächlich ein wirklich entspannter und lustiger Abend! Und Paulette hat mich nicht nur zu Hause abgeholt, weil ich sonst zu spät gewesen wäre, sondern auch noch am Ende nach Hause gebracht... :-)