Freitag, 27. Januar 2012

Berge, heisses Wasser und Pasta....

Letzte Woche hatte ich schon wieder einen freien Sonntag, da könnte ich mich glatt dran gewöhnen... ;-) Glücklicherweise war es nicht mehr so kalt, und die Sonne schien auch, also bin ich wieder mal zum Hiken ausgerückt; gut ausgerüstet, versteht sich - blöd nur, dass "gut ausgerüstet" immer auch bedeutet "total bepackt mit einem viel zu schweren Rucksack"... Aber man muss ja für alles gerüstet sein: Spikes (bei zu viel Eis), Socken zum Wechseln (wegen zu viel Schnee), ein zusätzlicher Pullover (falls doch zu kalt), ein zweites Paar Handschuhe (dicker als das erste natürlich, für alle Fälle), eine Flasche Wasser, Müsliriegel, und was einem halt noch so einfällt. Nur für die Sicherheit, versteht sich.... *grins*

Mit einem gefühlt-20-Kilo-Rucksack rauf auf den Sulphur Mountain ist schon eher anstrengend, aber dafür lohnt sich die Aussicht allemal; von oben hat man einen großartigen 360°-Ausblick auf alle Berge in der Umgebung, und davon gibt es hier reichlich - und Downtown Banff hat man ebenso im Blick wie das umgebende Tal und den Fluss, sehr schön, das! Zwar könnte man auch die Gondel nehmen, die in 8 Minuten den Gipfel erreicht, aber das wäre ja irgendwie geschummelt. Dafür habe ich dann die Gondel den Berg runter genommen, rauf war anstrengend genug - 700 Höhenmeter auf 5,5 km Weg, und dafür habe ich 1,5 Stunden gebraucht! Puh, einmal oben brauchte ich erst mal ein Stück Kuchen und ne Tüte Chips, nicht zu vergessen den großen Becher Kaffee. Gut nur, dass es - rein zufällig, natürlich - oben ein Cafe mit Aussicht gibt!
kleiner Orientierungspunkt...

kleiner Snack....

Ausblick auf einen Teil der umliegenden Berge...


... und auf ganz Banff!!!


Den Weg runter mit der Gondel musste ich dann auch nicht mal bezahlen - wahrscheinlich hatten die entweder Mitleid (die Arme, musste den ganzen Weg zu Fuss rauf....) oder Angst (die ist bestimmt verrückt, bei so viel Schnee den Berg raufzulatschen...). Wie auch immer, da ich, einmal oben angekommen, wie wahnsinnig gefroren habe, bin ich also gleich mal in die heißen Thermen von Banff marschiert - bietet sich irgendwie an, da Gongola und Hot Springs direkt nebeneinander liegen. Tja, wie es der Zufall so will, hatte ich sogar meinen Badeanzug im Rucksack - als hätte ich das geplant... ;-) Eine Stunde im 39° warmen Wasser zu liegen hat was extrem entspannendes; und im die Sache noch ein wenig besser zu machen, habe ich mir auch noch ne Massage gegönnt.... Ist ja schließlich Urlaub... *grins*

Nach so viel Entspannung hätte ich eigentlich gerne noch hin der Stadt lecker was gegessen, blöderweise war mir aber nach dem ganzen auf-den Bus-warten wieder so kalt, dass ich direkt nach Hause bin und erst mal unter die Dusche musste - ist, abgesehen davon, auch nicht ganz so optimal, wenn man nach ner Massage und anschließendem Dampfbad nicht vor Ort duschen kann, weil die Leitungen eingefroren sind - Technik, die begeistert - ist ja nicht so, dass es hier öfter mal so kalt wäre... also zu Hause duschen, schnell irgendwas in die Mikrowelle schmeissen, und dann nichts wie ins Bett! Sehr schöner Tag...! :-)

Und gestern haben wir dann unsere Firmen-Weihnachtsfeier (Candy-Shop) nachgeholt: Pasta Wednesday im Primrose, eines der Restaurants im Rimrock Hotel. Vorher haben wir uns in einem Pub getroffen und erst mal was getrunken, und dann mit dem Taxi rauf zum Rimrock; sehr cool, mal als Gast den Haupteingang benutzen zu können, sonst darf ich ja nur durch den Mitarbeiter-Eingang rein...

Und dann gab es verdammt viel zu essen: Appetizer (gegrilltes Gemüse, Meeresfrüchte, Brot usw), Salat, Pasta bis zum Abwinken, Käse, und natürlich: Dessert!!! Und alles in Buffet-Form; Salat und Pasta nach persönlichen Wünschen frisch gemacht von einem freundlichen Koch deines Vertrauens... ;-) Und das Beste zum Schluss: ein Schokobrunnen... *freu*

Dazu natürlich der unvermeidliche Alkohol: ganz viel Wein und der beste Martini meines Lebens - Ice Whine Martini... War tatsächlich ein wirklich entspannter und lustiger Abend! Und Paulette hat mich nicht nur zu Hause abgeholt, weil ich sonst zu spät gewesen wäre, sondern auch noch am Ende nach Hause gebracht... :-)

Dienstag, 17. Januar 2012

schön kalt hier...

Da passt man mal kurz nicht auf, und schon haben wir ein neues Jahr....! Gut hur, dass hier nicht so viel passiert ist, da habt ihr also nicht viel verpasst. ;-)

Tja, was habe ich bloß die ganze Zeit gemacht? Stimmt, gearbeitet - da fliegt man um die halbe Welt, um der schnöden Arbeitswelt zu entfliehen, und stellt plötzlich fest, dass man mehr arbeitet als vorher; ich glaube, da ist irgendwas schief gelaufen... *grins* Aber wenigstens habe ich (meistens) Spaß bei der Arbeit.... Und abgesehen davon: wenn man nicht mal einen Vertrag hat, kann man ja problemlos morgens entscheiden, dass man nachmittags nicht mehr arbeiten möchte. Das ist doch mal ne Option!

Gestern hatte ich aber tatsächlich mal einen freien Tag, und gut ausgerüstet mit Hiking-Spikes (die ich in weiser Voraussicht am Samstag schon gekauft habe), mehreren Schichten Klamotten, Müsliriegeln und meiner Kamera (die ich eher sporadisch benutzt habe, aufgrund der eiskalte-Hände-und tiefgefrorene-Finger-Problematik beim Kamera-aus-der-Tasche-organisieren...) ging es endlich mal wieder raus zum Hiking. (Die deutsche Übersetzung wäre zwar Wandern, aber irgendwie ist das doch nicht ganz das Gleiche, finde ich, also wird an dieser Stelle schnell mal ein neues Wort in die deutsche Sprache eingeführt! :-) )

Abgesehen davon, dass es gestern schon ganz schön kalt war, habe ich hauptsächlich mit dem Eis gekämpft, das überall unter der noch ziemlich dünnen Schneedecke liegt; das Wetter in den Bergen wechselt tatsächlich rasant von einem Extrem zum nächsten, so dass es hier vor zwei Wochen eine ausreichend lange Tau-Phase gab, um zusammen mit der nächsten Kältewelle und dem tiefgefrorenen Boden eine verdammt kompakte und durchgehende Eisschicht zu schaffen. Da halfen auch die Spikes nicht immer weiter; gut nur, dass man Hände und stellenweise auch Knie zu Hilfe nehmen kann und dabei nicht mal von irgendwem beobachtet wird!

Nachdem ich dann weitestgehend eisgekühlt wieder zurück war, gabs erst mal einen Teller Suppe (an dieser Stelle besten Dank an meine Mitbewohnerin; ist schon prima, wenn man nach Hause kommt, und das Essen ist fertig....), und da ich mich schon den ganzen Rückweg auf eine heiße Dusche gefreut habe, ging es danach schnell ins Bad. Wasser anstellen, warten, dass es warm wird, schnell rein in die Dusche, Shampoo ins Haar - und nach nicht mal zwei Minuten war das Wasser eiskalt! Hilft nicht unbedingt beim Wieder-Warm-Werden... Aber so was passiert halt mit der ausgefeilten nordamerikanischen Technik: kaum duscht im Haus jemand und stellt hinterher ne Waschmaschine an, schon ist das heiße Wasser alle.... Da hilft nur noch ins Bett gehen zum Aufwärmen - mit dem Effekt, dass ich natürlich wieder mal zu spät zu ner Verabredung gekommen bin...

@ Kristin: ich hoffe, die von dir geschickten Ersatzbesucher kommen darüber hinweg, dass ich sie in der Hotel-Lobby habe warten lassen.... ;-) Danke übrigens für den großartigen Botendienst! Ist alles korrekt angekommen, da können sich andere Apotheken mal ne Scheibe von abschneiden. *lach*

Tja, und weil halt doch gerade irgendwie Winter ist, ist es heute noch mal ne Ecke kälter als gestern; frische -26° Celsius, kombiniert mit einem total fiesen Wind, der einem den ganzen Schnee ins Gesicht weht und für gefühlte Temperaturen von -30° sorgt. Das war immerhin kalt genug, damit ein Skigebiet (für Eingeweihte: Sunshine Village) und die Gondola auf den lokalen Hausberg ihren Dienst vorübergehend eingestellt haben; außerdem ist meine ursprünglich geplante Arbeitszeit von 12 bis 21 Uhr mal eben fix auf 16 bis 19 Uhr geändert worden - mittels eines Anrufs um halb zwölf. Gut nur, dass ich eh noch nicht ganz fertig war, um mich auf den Weg zur Arbeit zu machen! Auf dem Rückweg hatte ich dann auch noch Gegenwind; die ganzen winzigen, eisigen Schneeflöcken fühlen sich im Gesicht übrigens an wie Nadelstiche, und außerdem sind meine Wimpern eingefroren. Interessantes Gefühl, das.... Ach ja, morgen soll es noch ein wenig kälter werden.... ;-)

Ich werde für euch mitfrieren!

Dienstag, 20. Dezember 2011

wie, schon Weihnachten...

Da bleibt mir doch vor lauter Arbeit nicht mal mehr Zeit, meinen Blog ordentlich zu führen... ts..... Tja, genau genommen ist auch nicht so viel passiert in letzter Zeit, abgesehen mal davon, dass ich hier inzwischen sogar mehr arbeite als zu Hause! Na sowas.... ;-)

Aber lustigerweise ist das weit weniger anstrengend oder stressig, als es sich anhört; ein bisschen zu wenig Schlaf, aber damit kann ich ja umgehen! Beide Jobs machen mir Spaß, vor allem auch, weil sie so unterschiedlich sind; die Kollegen sind sowohl als auch prima, und die Kunden / Gäste sind deutlich angenehmer weil entspannter und höflicher als zu Hause. Und ein seltsamer deutscher Akzent ist immer noch ein guter Garant für ein nettes Gespräch mit völlig Fremden! Erstaunlich viele Leute hier haben entweder deutsche Vorfahren oder deutsche Kollegen, und viele waren auch schon mal in Europa im Urlaub - zwar nicht unbedingt in Deutschland, aber immerhin... :-)

Inzwischen darf ich im Süßwarenladen auch kassieren - seltsames Geld haben sie hier, ich vermisse eindeutig 50 Cent-Stücke; aber auch an die ganzen Quarters gewöhnt man sich, habe ich festgestellt. Auch wenn man Quarters und Nickels (25 Cent bzw. 5 Cent) kaum unterscheiden kann, weil die fast gleich groß sind.... ;-)

Im Eden brauche ich inzwischen keinen Aufpasser mehr, sondern kann Gäste selbständig begrüßen und setzen; und ab und zu darf ich sogar dem Service helfen - nicht nur Wasser nachfüllen, wie am Anfang, sondern auch Teller zum Tisch tragen. Gar nicht so einfach, schließlich machen die um alles ein großes Getöse; und außerdem muss mir immer jemand erklären, welcher Teller was ist, und welche Seite nach vorne gehört... Aber das geht schon, und drei Teller kann ich auch schon tragen! *grins*

Wären hier nicht an jeder Ecke unglaublich bunte Weihnachtsbäume, ich hätte vor lauter Arbeit Weihnachten fast vergessen. Der 25. Dezember ist hier der einzige Feiertag, dann gibts auch erst Geschenke; der Laden ist dann geschlossen, und mit ein wenig Glück habe ich dann den ersten echten freien Tag seit vier Wochen. Naja, vielleicht auch nicht - ich bin quasi in Bereitschaft, sollte es im Eden hoch her gehen. Dann wars das mit dem freien Tag. So ist das Leben.... Wenigstens hatte ich gestern schon mal mit ner Kollegin zusammen ein Weihnachtsdinner; den Truthahn habe ich mir erspart, aber der Rest war prima: ein typisch nordamerikanisches Weihnachtsessen mit Cranberry-Sauce, Mashed Potatoes und Stuffing und hinterher Shortbread. Lecker! Und kostenlos noch dazu... ;-)

Frohe Weihnachten - Merry Christmas - Joyeux Noel - Feliz Navidad allerseits!!!

Dienstag, 29. November 2011

Problem gelöst, Freizeit abgeschafft....

Soweit also zu dem guten Plan, hauptsächlich Urlaub zu machen und nur noch Teilzeit zu arbeiten: da hat doch Paulette am Freitag sehr verständnisvoll reagiert und mich, ohne weitere Diskussion, Freitag und Samstag jeweils um 16:00 Uhr gehen lassen; und ab dieser Woche sind Freitag und Samstag meine freien Tage... Geht doch... ;-)

Jetzt kann ich also tatsächlich beide Jobs machen; und das heißt: Freizeit ade... Egal, ist ne Erfahrung, außerdem ist das Ende ja quasi schon in Sicht - mein Engagement (Vertrag kann man das nicht wirklich nennen, ich habe nämlich keinen - genau genommen haben wir den Part mit dem Papierkram komplett ausgelassen...) im Candy-Shop endet schließlich schon Ende April, und prinzipiell kann ich ja auch jederzeit vorher kündigen, wenn ich keine Lust mehr auf die ganze Arbeiterei habe. *grins*

Aber eigentlich macht der Job schon Spaß; ein bisschen putzen, Kartons durch die Gegend tragen und Süßigkeiten abwiegen ist nun nicht unbedingt intellektuell überfordernd, aber die Kunden sind überwiegend echt pflegeleicht, und mit den Kollegen komme ich auch gut zurecht - also eine prima Gelegenheit, mein Englisch am lebenden Objekt zu testen und vielleicht ja auch noch zu verbessern. Wobei - die Vollzeitkräfte, und ich bin da keine Ausnahme, sind durchweg importiert.... Einmal Schweiz, einmal Japan, einmal Australien, und zweimal Deutschland - die ganze Welt in einem Laden... ;-) Immerhin verdiene ich da genug Geld, um die Miete, meine Lebensmittel und das ein oder andere Bier zu bezahlen. Was will man mehr!

Das Eden ist tatsächlich eine ganz andere Welt, und dementsprechend unterscheidet sich der Job doch extrem von dem Job im Süßwarenladen. Zwei Schichten habe ich jetzt erfolgreich überstanden, und beide waren irgendwie nicht repräsentativ: am Freitag war die Hölle los, eine Reservierung nach der anderen, und alle anwesenden Hosts und Hostessen (insgesamt waren wir zu viert, auch wenn einer von uns hauptsächlich dem Service geholfen hat) waren irgendwie am rotieren (da war nicht gerade viel Zeit, mir was zu erklären, also bin ich immer hinter jemandem her und habe so gut es geht geholfen); und am Samstag gab es eine Weihnachtsfeier - da fiel das Begrüssen und alles andere, was ich sonst eigentlich so machen soll, komplett aus, da alle Gäste gleichzeitig da waren. Statt dessen habe ich dem Service geholfen - puh, ist verdammt lange her, dass ich das letzte Mal gekellnert habe, und dann war auch das Umfeld irgendwie anders (Catering-Agentur vs. 3-Sterne-Restaurant...). Wenigstens musste ich nicht viel reden, und Teller tragen kann ich schon... :-)

Jetzt bin ich mal gespannt auf meine Schichten diese Woche; Freitag ist wahrscheinlich meine letzte Trainingsschicht, und wenn ich mich dann bereit fühle für den Job, lassen sie mich offiziell auf die Gäste los... Dafür muss ich ab sofort aber auch schon um 16:00 anfangen und mithelfen, alles für den Abend vorzubereiten - so als guter Gastgeber... ;-)


Freitag, 25. November 2011

ein Job + noch ein Job = Probleme....

Eigentlich könnte alles gut sein: nachdem ich ca. ein Dutzend Bewerbungen unters Volk gebracht habe (die Hälfte davon persönlich, die andere eher unmotiviert via Email) und als Resultat zwei Jobinterviews hatte (wenn man mal von dem verpennten Interview absieht...*g*), habe ich jetzt zwei Jobs. Soweit, so gut.... ;-)

Den ersten Job, Vollzeit in einem Süsswarenladen, mache ich jetzt seit einer Woche; den zweiten (Teilzeit, als Hostess in einem Top-Restaurant) fange ich morgen an. Und damit wären wir dann bei dem nicht ganz so guten Teil: da beide Seiten irgendwie nicht so richtig kompromissbereit sind, habe ich jetzt ein kleines Zeitproblem. Im  Candyshop bin ich von 9 bis 18 Uhr eingeteilt; und im Restaurant fängt meine Schicht um 17 Uhr an. Und da ich mich vorher auf jeden Fall umziehen und anhübschen muss - von dem suboptimalen Busfahrplan gar nicht erst zu sprechen - , müsste ich prinzipiell um 16 Uhr den ersten Arbeitsplatz verlassen, um rechtzeitig am zweiten zu sein. Leider sieht es nicht so aus, als würde mich die Managerin (nennen wir sie doch einfach mal - "Paulette") früher gehen lassen; als ich am Mittwoch angedeutet habe, dass ich Freitags und Samstags abends einen zweiten Job habe, ist sie irgendwie sauer geworden. Angeblich sei ihr egal, was ich in meiner Freizeit mache, aber da sie mich Vollzeit eingestellt hätte, würde sie erwarten, dass ich ihren Wünschen entsprechend arbeite. Und da ich die Neue sei, wäre es doch sehr wahrscheinlich, dass ich an den Wochenenden die späte Schicht arbeiten müsse... Und das hieße: 12 bis 21 Uhr... :-(
Dabei hatte ich noch nicht mal nach einer Arbeitsplan-Änderung gefragt, soweit hat sie mich ja gar nicht kommen lassen...! (Diese Woche bin ich früh eingeteilt, d.h., ich würde nur zwei Stunden weniger arbeiten, und für die Spätschichtwochen könnte sie mir doch die Tage frei geben, schließlich sind 40 Stunden die Woche bei 8-Stunden-Tagen mit 5 Tagen die Woche abgehakt; meinen freien Tag diese Woche habe ich übrigens gearbeitet - warum springe ich eigentlich jedes Mal ein, wenn mich jemand fragt???)

Dabei habe ich vor dem Gespräch mit ihr mal bei den Kollegen vorgefühlt, wie erfolgsversprechend es denn wohl ist, Wünsche zu äußern; angeblich alles kein Problem, die meisten anderen haben auch zwei Jobs... Tja, leider arbeiten die jeweils nur Teilzeit, da ist Paulette wohl großzügiger. Oder vielleicht wird es nach einer Weile besser, wenn sie gemerkt hat, dass man den Job ernst nimmt und versucht, gute Arbeit zu leisten... Aber ich nehme den Job doch ernst! Und außerdem mag ich die Arbeit und die Kollegen, die (etwas anstrengende) Chefin kann man ja weitestgehend ignorieren, die ist eh nicht immer da...

Ich bin zwar kein Hellseher, aber aller Voraussicht nach wird also morgen schon mein letzter Arbeitstag in Welch´s Candyshop sein; sollte Paulette mich nicht früher gehen lassen wollen, muss ich mich für einen von beiden Jobs entscheiden - und die Entscheidung habe ich gestern Nacht getroffen (da wären wir also wieder: nachts über Problemen brüten statt zu schlafen....): solche Jobs wie in dem Süßwarenladen habe ich irgendwie schon fast mein ganzes Leben gemacht, während der Job im Eden ein echtes Highlight darstellt. Und da sich so eine Chance nicht jeden Tag bietet, werde ich mir das nicht vermiesen lassen.

Außerdem: wer will schon einen Vollzeitjob, wenn man auch Teilzeit arbeiten kann??? Schließlich bin ich im Urlaub! *grins*

Freitag, 18. November 2011

Ein Job! finally...

Was für eine ungewöhnliche Woche bis jetzt! Am Montag hatte ich ein Job Interview in einem Süßwarenladen, und am Mittwoch habe ich gleich den ganzen Tag gearbeitet - ok, noch nicht so richtig, aber immerhin; da am Dienstag im Laden ein neuer Teppich verlegt worden ist, mussten wir am Mittwoch alles sauber machen und die ganzen ausgelagerten Sachen wieder einräumen.... Und das, nachdem ich jetzt fast zwei Monate nicht gearbeitet habe! War ich platt hinterher.... Aber immerhin hat die Kraft noch gereicht, mit einer Kollegin für umsonst Pasta abzustauben (und man musste dafür nur ne kleine Ausstellung über die Gefahren des Lebens und einen kleinen Diavortrag über die Gefahren des Skifahrens über sich ergehen lassen...). Socializing ist hier tatsächlich irgendwie recht einfach....;-)

Und am Dienstag Abend bin ich dann tatsächlich aus dem Hostel aus- und in das Apartment eingezogen; nach fast zwei Monaten in Hostels ist es schon fast ne ganz neue Erfahrung, ein eigenes Schlafzimmer mit einem großen Bett und einem Fernseher (!!!) zu haben. Und Bad und Küche nur noch  mit einer Person zu teilen statt mit gefühlten hundert ist auch mal wieder ganz schön... :-) Da konnte ich doch gleich mal meinen ersten richtigen  Einkauf starten, ohne darüber nachzudenken, wohin damit - alles schöne Sachen, Nudeln und Zahnpasta in einer großen Tube und so was - , aber am Ende (also an der Kasse) gab es dann doch noch gemischte Gefühle. Für zwei kleine Tüten voller Lebensmittel (und nichts exklusives dabei!) und ein paar Flaschen Wasser habe ich $50 bezahlt... Puh....

Das nächste Mal arbeiten muss ich erst am Samstag, also ist zwischendurch ein wenig Zeit, Geld auszugeben - und morgen noch mal spaßeshalber ein Job Interview einzuschieben. Wäre ja lustig, wenn ich mit zwei Interviews zwei Jobs haben könnte; das senkt den Schnitt hier deutlich. Ich traue mich kaum zu sagen, dass ich meinen jetzigen Job (Vollzeit, und immerhin bekomme ich $11 die Stunde) schon bei meinem allerersten Interview bekommen habe. Aber immerhin konnte ich fehlerfrei die Ziffern von 1 - 9 zusammenzählen, an der Aufgabe scheinen vor mir schon welche gescheitert zu sein.... (nein, die Antwort ist nicht 40, auch wenn das wohl behauptet wurde...) Das hat als Qualifikation offensichtlich gereicht, unser Mini-Interview hat gerade mal 5 Minuten gedauert. So schnell habe ich selten einen Job bekommen. *g* Bin mal gespannt, wie sich das so weiter entwickelt!

Sonntag, 13. November 2011

Wohnung!!

Das Wetter ist gerade irgendwie suboptimal, einen Job habe ich immer noch nicht, aber wenigstens kann ich am  Mittwoch endlich aus dem Hostel ausziehen - ich habe tatsächlich eine Mitwohngelegenheit gefunden! :-)

Nächste Woche werde ich also meine Sachen packen und in eine kleine Wohnung einziehen, die aus zwei Schlafzimmern, einen winzigen Badezimmer und einem ziemlich kleinen Wohnraum mit integrierter Küchenzeile besteht - im Souterain, also auch noch dunkel, zusammen mit der Hauptmieterin, die irgendwie fast immer zu Hause ist (regelmäßige Arbeitszeiten von 9 bis 5, Luxus...). Der Spaß ist auch noch ganz schön teuer, aber für hiesige Verhältnisse durchaus im Rahmen - und auf jeden Fall schon mal günstiger als das Hostel. Und außerdem hat mein Schlafzimmer ne Tür, die ich hinter mir schließen kann, ein großes Bett, einen Schrank, und sogar einen Fernseher... :-)

Leider gibt es keine Kaffeemaschine (!!!) in der spärlich ausgestatteten Küche, aber was soll´s - man gewöhnt sich auf Dauer an diesen fürchterlichen Instant-Kaffee, und außerdem gibt es ja ungefähr an jeder Ecke ne Coffee-Bar... Nachschub ist also gesichert! ;-) Hoffentlich installiert Jocelyn (meine neue Vermieterin) mir noch WiFi, das hatte sie mir ja irgendwie zugesichert... Naja, einen Router hat sie, im Zweifel mach ich das halt selber, wenn sie das nicht hinkriegt... *grins*

Die Jobsuche gestaltet sich irgendwie zäh, ich hoffe doch  mal, dass das noch besser wird; immerhin ist die Skisaison noch nicht richtig angefangen, die meisten Ressorts haben noch nicht geöffnet - zu wenig Schnee, zu warm... Im Moment ist es auch total bedeckt draußen, knapp über null Grad, und irgendwie nicht richtig schön. Tja, aber einmal am Tag muss man schon das Haus verlassen, finde ich; also geht es gleich noch mal kurz raus.... Geld holen, um Miete und Kaution bezahlen zu können, vielleicht mit einem Abstecher in einen dieser netten Pubs hier.... ;-) Und außerdem hatte ich irgendwie gestern einer Leidensgenossin versprochen, vorbeizukommen... Musste aber ausfallen wegen ist nicht... Nachwirkungen von vorgestern.... *grins*

Vorgestern wollte ich nämlich eigentlich total motiviert noch mal verstärkt auf Jobsuche gehen, im Jobcenter Lebensläufe ausdrucken und unters Volk bringen; aber wie das Leben so spielt, bin ich auf dem Weg zum Jobcenter Sophie in die Arme gelaufen (die Engländerin, mit der ich schon in Calgary das Hostel-Zimmer geteilt habe). Und weil das Ressort, in dem sie arbeitet, noch nicht geöffnet hat, ist ihr ein wenig langweilig. Und da mir auch irgendwie langweilig war, gab es ne Planänderung, und ich bin mit ihr in ihre Wohnung (staff accomodation - ganz ok, aber eine kleine Wohnung für zwei ohne getrennte Schlafzimmer, und im Moment muß sie dafür bezahlen, ohne aber auch schon Gehalt zu bekommen! "negative paycheck", wie sie das so schön genannt hat... suboptimal, wenn ihr mich fragt...), um ein wenig zu quatschen - und natürlich ein Bier zu trinken. Allerdings ist es nicht bei dem einen Bier geblieben... Erst haben wir alles Bier aus ihrem Kühlschrank platt gemacht, dann kam einer ihrer Nachbarn mit ner Flasche Rotwein, und danach sind wir dann noch in einen Liquor-Store, um Bier-Nachschub zu kaufen.... Puh, um halb elf (angefangen haben wir so gegen halb vier, glaube ich...) habe ich dann irgendwann den vorletzten Bus genommen. Nix Job, aber viel Spaß gehabt  - und hinterher Kopfschmerzen! ;-)

Mal sehen, ob sie zu Hause ist, ich glaube, uns könnte ein Pub-Besuch gut tun...! :-)