Dienstag, 24. April 2012

ein kurzer Abstecher über die Grenze!

Bevor ich mich an dieser Stelle ausführlich über all die netten Dinge auslasse, die ich in Vancouver bis jetzt gesehen und erlebt habe - und, soviel vorweg, Vancouver ist eine phantastische Stadt; schön gelegen, großartiges Panorama, nette Leute, sehr sauber, und irgendwie "anders", aber dazu später - , erst mal einen chronologisch unpassenden Einschub über meinen doch eher kurzen Ausflug über die Grenze, sprich: in den südlichen Nachbarn Kanadas, die USA....

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, auf dem Landweg grenzüberschreitend tätig zu werden, aber da mich ein Blick auf die Karte darüber aufgeklärt hat, dass die USA quasi direkt hinter Vancouver anfangen und Seattle tatsächlich nur drei Stunden entfernt ist, dachte ich: gute Idee, mache ich doch mal für ein paar Tage rüber. Einreiseformalitäten sind ja schon geklärt, dachte ich; Wieder-Einreise-Visum für Kanada habe ich, und das merkwürdige Internet-Formular für die Einreise in die USA hatte ich auch schon ausgefüllt, weil ich Mitte Mai eine Kreuzfahrt nach Alaska machen werde (jawohl, eine richtige Kreuzfahrt, und schon wieder über die Grenze...!), und aufgrund eines freundlichen Gastes im Eden hatte ich sogar schon 10 amerikanische Dollar im Portemonnaie. Also alles super! Dachte ich.

Schon der Anfang meines Ausflugs war dann suboptimal: Der letzte Bus verlässt Vancouver abends um sieben und ist laut Fahrplan gegen elf in Seattle. Da dieser Bus der am wenigstens frequentierte sein soll und dementsprechend die Tickets zu einem Diskount-Preis von 15$ verkauft werden, habe ich natürlich mit Blick auf mein Budget diese Variante gewählt; leider war der Bus dann ziemlich voll, ist mit 15 Minuten Verspätung erst losgefahren, und hatte außerdem eine Chinesin ohne Visum für die USA an Bord - dummerweise weiß man so was ja nicht vorher.... An der Grenze fing dann der Spaß erst richtig an: alle raus aus dem Bus, sämtliches Gepäck geschnappt, und auf zur Grenzkontrolle; zwei, drei blöde Fragen beantworten, wieder rein in den Bus, und weiter. Dachte ich. Leider hat dann besagte Chinesin einen der beiden anwesenden Grenzbeamten reichlich lange in Beschlag genommen, da sie ja irgendwie kein Visum vorweisen konnte, und die Uhrzeit auch eher ungünstig war, um ein Statement ihres zuständigen Konsulates zu erhalten. (Nur gut, dass sie eine der ersten am Schalter war, nicht auszudenken, wie lange wir sonst hätten warten müssen!) Blieb also noch ein Grenzbeamter für die anderen 40 Fahrgäste; die ungewöhnlich lange Warteschlange hat ihn dann aber in keiner Weise davon abgehalten, seine Arbeit sehr gründlich zu machen... Lasst euch gesagt sein: mit zwei, drei Fragen ist es keinesfalls getan. Wo wollen Sie hin, was machen Sie da, wie lange wollen Sie bleiben, wo wollen Sie danach hin... Die Liste der Fragen war fast endlos. Ein neues Einreiseformular musste ich auch ausfüllen (auf meine Frage hin, ob das nicht das selbe sei wie das im Internet - die Fragen waren identisch - , kam als Antwort nur: "a different purpose". Aha.), und natürlich hat auch das wieder Geld gekostet. So viel zu meinen 10$. Ach ja, und ein nettes Photo und Fingerabdrücke machen sie natürlich auch noch, aber wenigstens wollten sie dafür keine Gebühren haben...

Unnötig zu erwähnen, dass wir viel zu spät in Seattle angekommen sind. Der Bus, der mich von der Greyhound-Station zum Hostel hätte bringen sollen, fuhr - natürlich! - nicht mehr, und da ich keine Lust hatte, irgendjemanden von den eher suspekt wirkenden Anwesenden über den hiesigen Busfahrplan auszufragen, bin ich also mit meinem Gepäck zu Fuß gefühlt quer durch die Stadt marschiert. Wenigstens kann man sich in nordamerikanischen Städten so gut wie nicht verlaufen, das quadratische Raster mit Nummerierung der Straßen hat doch was für sich.... Auf jeden Fall war ich also kurz vor eins dann endlich im Hostel, und weil ich von der ganzen Schlepperei so fertig war, habe ich dann aus meiner einen gebuchten Übernachtung gleich mal zwei gemacht, damit ich den nächsten Tag nicht gleich wieder in Hektik ausbrechen muss, um meine weiteren Schritte zu planen.

Das Hostel war, abgesehen von der Lage, ziemlich gut: die Duschen waren sogar mitten in der Nacht sehr sauber (auch wenn man nach ein paar Minuten anfangen musste, hektisch mit den Armen zu wedeln, weil die Lichter mit Bewegungsmeldern gekoppelt sind...), die Küche war groß und hervorragend ausgestattet, und in meinem Vier-Bett-Zimmer war ich alleine. Allerdings war es fürchterlich warm im Zimmer, weil sich das Fenster nicht richtig öffnen ließ, und zum Schlafen brauchte ich Ohrstöpsel, weil die Lüftungsanlage direkt vorm Fenster war.... In der zweiten Nacht hatte ich dann eine Chinesin mit im Zimmer, die ich allerdings die meiste Zeit kaum verstanden habe, obwohl sie vermutlich Englisch gesprochen hat; wenigstens haben wir es zu zweit geschafft, das verklemmte Fenster erst zu öffnen und nach fünf Minuten wieder zu schließen, weil die Lüftungsanlage offensichtlich nicht nur für das Hostel gedacht war, sondern offensichtlich auch für das Restaurant nebenan, den fiesen Gerüchen nach zu urteilen. Ach so, habe ich erwähnt, dass das Hostel im "International District" von Seattle liegt? Ist ne freundliche Art, auf politisch korrekte Weise "Chinatown" zu beschreiben.... ;-)

Letztendlich habe ich dann gar nicht so viel von Seattle gesehen, ist die Stadt doch erstaunlich groß. Immerhin konnte ich die wichtigsten Touri-Dinge an einem Tag abhaken: Space Needle, Seattle Centre (das Gelände der Weltausstellung 1962), Waterfront, Pike Street Market und natürlich den allerersten Starbucks. (Naja, vielleicht wars auch nicht der allererste, aber auf jeden Fall muss der allererste dann ganz in der Nähe gewesen sein....) Ach ja, nicht zu vergessen die mir von Einheimischen empfohlene Attraktion: die Gum Wall!

Space Needle

Seattle Centre

Pike Street Market

Gum Wall

Für den folgenden Tag hatte ich dann eigentlich geplant, mir ein Leihwagen zu besorgen und damit nach Portland weiterzufahren, da zwei Tage zu bleiben, und dann am Freitag erst zurück nach Seattle zu fahren und von da aus weiter mit dem Bus zurück nach Vancouver (wobei das schon nicht der Originalplan war, der hatte nämlich vorgesehen, den ganzen Trip von Vancouver aus mit dem Auto zu machen - aber da kamen dann seltsame Bestimmungen der Autovermietung dazwischen, die sich deutlich finanziell ausgewirkt hätten....). Aber da Pläne ja nun mal dazu da sind, geändert zu werden, habe ich dann spontan in der Autovermietung beschlossen, dass ich das jetzt alles irgendwie richtig doof finde und sofort nach Canada zurück will. An dieser Stelle ein Hoch auf den freundlichen Mitarbeiter bei Budget, der sich ob meines irrationalen Meinungs-Umschwungs doch tatsächlich ernsthaft Sorgen gemacht hat! Naja, ein Kaffee bei Starbucks und zwei Stunden kostenloses Wifi später hatte ich dann ein neues Greyhound-Ticket gebucht und eine von den beiden Nächten im Hostel in Portland storniert... Um vier sass ich dann endlich wieder im Bus, fühlte sich an wie nach Hause fahren.... *grins*

Leider musste ich die Nacht dann in Vancouver in einem anderen Hostel übernachten als bisher (weil ich so kurzfristig in "meinem" Hostel kein Bett mehr reservieren konnte und ich nicht auf gut Glück so weit latschen wollte mit dem ganzen Gepäck und meiner sub-optimalen Laune), aber was nimmt man nicht alles in Kauf um sich auch on the road wohl zu fühlen - und so schlecht war es dann da auch nicht, immerhin war es sauber und Frühstück gabs bis 10.... ;-)

Donnerstag, 19. April 2012

Eine Zugfahrt, die ist lustig...

Ok, ich gestehe, ich bin auch nach Kanada gekommen, um Winter zu haben - und Winter hatte ich reichlich, da kann ich mich echt nicht beschweren. Aber irgendwann ist dann halt doch irgendwann der Punkt gekommen, wo Schluss sein muss mit Schnee und Eis und Kälte! Gut nur, dass uns der Zug in Vancouver, BC, direkt in den Frühling entlassen hat. Ich glaube, ich bin noch nie so froh gewesen, Gras und Blumen und blühende Kirschbäume zu sehen! War ein echtes optisches und olfaktorisches Highlight. :-)

Blick aus dem Hostel

Aber ich will hier nicht das Ende unserer Zugfahrt vorwegnehmen, war doch die ganze Reise mit dem Canadian (die kanadische Zuggesellschaft ViaRail hat so wenige Züge, die können sich für jeden einzelnen einen schicken Namen leisten....) von Edmonton nach Vancouver ein echtes Highlight. Leider fing das Ganze für meinen Geschmack viel zu früh morgens an; Abfahrt war um 07:35h, eine Stunde vorher da sein zum Gepäck einchecken, dann ist der Bahnhof auch noch unglaublich weit außerhalb (hinter! dem Flughafen), heisst - alles zusammengenommen - Taxi um sechs.... Bäh....

Der Bahnhof in Edmonton ist unglaublich winzig: ein einziger Ticketschalter mit einem netten, älteren Herren (der die Hektik eher nicht erfunden hat), und dazu ein mobiler Gepäckschalter mit einer ebenfalls sehr netten Frau, die uns nach dem Wiegen unseres Gepäcks Gelegenheit gegeben hat, noch mal umzupacken, um Übergepäck-Gebühren zu vermeiden - zwar darf jeder Fahrgast bis zu drei (!!!) Gepäckstücke aufgeben, aber leider nur bis zu einem Maximalgewicht von 50 Pfund. Und nein, das sind keine 25kg, sondern nur 22,7kg (ein Hoch auf das Durcheinander an Mass- ,Längen- und sonstigen Einheiten in Kanada)... Egal, auch Schalterbeamte (?) warten hier gerne auf ihre Kunden, wenn sinnloses Umpacken angesagt ist. War auch nicht so schlimm, die Warteschlange hinter uns war nicht so lang.  - Ach so, sie war nicht existent... Kanadier, die tatsächlich schon mal Zug gefahren sind, sind absolute Exoten. *grins* (Könnte am Fahrplan liegen, oder an den Routen, oder auch am Fahrpreis, niemand weiß es so genau - die fahren hier lieber Bus...)

Obwohl der Zug schon eine halbe Stunde Verspätung hatte, als er endlich in Edmonton eingetroffen ist, hat sich 1. keiner beschwert, und ist 2. auch keiner in Hektik ausgebrochen, um Gepäck zu ent- und beladen, so dass wir dann mit fast einer Stunde Verspätung endlich losgefahren sind. Plätze im Zug sind zwar nicht reserviert, aber jeder Gast bekommt einen Platz zugewiesen (offensichtlich nach Gutdünken und Sympathie des Schaffners), und bei der Gelegenheit werden nicht nur die Tickets kontrolliert, sondern auch gleich noch ein wenig Smalltalk gehalten, das Personal will ja schließlich wissen, mit wem sie die nächsten Stunden oder Tage zusammen unterwegs sein werden. Wieder mal von Hektik keine Spur! Alles sehr entspannend, eher nicht so wie Bahnfahren in Deutschland....

Die Bahnfahrt selber war dann auch entsprechend langsam; der Zug erreicht angeblich Spitzengeschwindigkeiten von 120km (hi hi hi), aber das wohl nur nachts. Tagsüber kriecht man im Spazier-Tempo durch die Landschaft, jeder Güterzug (von denen es eine Menge gibt, und ziemlich lange noch dazu) hat Vorrang - d.h. nicht nur, man muss sie vorbei lassen, sondern auch, dass man an erstaunlich vielen einspurigen Abschnitten wartet, wenn einem einer entgegen kommt - , und es wird auch schon mal für eine gute Photo-Möglichkeit seeeeehr langsam gefahren oder gleich ganz angehalten. Erstaunlicherweise sind wir trotzdem fast eine Stunde zu früh in Vancouver angekommen, morgens um halb neun - ein ganzer Tag im Zug! Erfreulicherweise erklärt einem zwischendurch der nette Schaffner die Gegend und das Leben, die Aussicht vom Observationsdeck ist aussergewöhnlich,  und das Dinner im Zugrestaurant war preislich ok und erstaunlich gut. Und weil wir mit in der letzten Gruppe waren, die erst um neun zum Abendessen gegangen sind, gab es den Schoko-Kuchen zum Dessert umsonst, der musste halt weg... :-)


da wurde der Zug seeeehr langsam, damit wir auch ja alle ein  schönes Photo machen können... ;-)

endlich in Vancouver!

Sonntag, 15. April 2012

Touri-Touren und 5-Diamond-Dinner

Nach unserem kleinen Ausflug in die Pampa mussten wir dann erst mal wieder unser kulinarisches Wohlbefinden in den Mittelpunkt rücken und das örtliche 5-Diamond-Restaurant aufsuchen, quasi als Belohnung für all die Strapazen - und außerdem habe ich da ja mal gearbeitet, da muss man das schließlich mal als Gast getestet haben... ;-)

All die optischen und geschmacklichen Highlights des Abends zu beschreiben würde leider den Rahmen sprengen, darum nur so viel - an der Bar ein Cocktail vorweg, dann vor dem Essen zwei Glas Champagner, zu jedem unserer drei Gänge ein anderer (sehr großzügig bemessener) Wein, und hinterher noch ein Absacker... Das ganze Dinner hat dann von 18:30 bis 22:30 gedauert, mit mehr oder weniger leichter Schlagseite haben wir noch einen Bus zurück in die Stadt erwischt, und alle Pläne für den nächsten Tag (eigentlich wollte ich ja mal Skilanglauf ausprobieren...) wurden ersatzlos gestrichen.... Irgendwie braucht man in höherem Alter deutlich längere Regenerationsphasen... ;-)

Aber Bilder vom Essen liefere ich selbstverständlich noch nach, sobald ich sie auf meinen diversen Speichermedien wiedergefunden habe!

Glücklicherweise hatten wir unsere restlichen Touri-Touren in Banff erst für Dienstag bzw. Donnerstag gebucht, da konnten wir also den Tag nach dem Sonntag im Eden getrost streichen. Am Dienstag dann aber das nächste landschaftliche Highlight: Ice-Hiking in Johnston-Canyon! Der Fluss selber war zwar nicht komplett zugefroren, der eisige Wasserfall am Ende der Strecke sah dafür um so großartiger aus. Außerdem gab es nicht nur viele Asiaten mit bemerkenswerter Photo- und Video-Ausrüstung, sondern auch heisse Schokolade und Kekse, sehr erfreulich, das! (Der Kommentar meiner Mitbewohnerin zu meiner Bemerkung, dass trotz des Wetters doch irgendwie ziemlich viele Menschen im Canyon unterwegs waren: Das ist noch gar nichts, im Sommer ist das ein Zoo!)




Auch unser zweiter Ausflug hatte dann (natürlich!) wieder mit kalt und Schnee zu tun: Snow-Shoeing! Klingt irgendwie spießig, ist aber tatsächlich richtig lustig - es fühlt sich nicht nur bekloppt an, es sieht auch noch bekloppt aus, wenn man mit diesen riesigen Dingern unter den Füssen durch die Gegend stakst und der eine oder andere zwischendurch mal die Qualität des Schnees testet, weil das mit dem Gleichgewicht nicht so gut funktioniert... *g* (Und außerdem gab es wieder heisse Schokolade und Süßigkeiten zwischendurch, da kann also schon mal nichts schiefgehen!) Dafür mussten wir aber auch eine knapp einstündige Busfahrt in den Nachbarpark (und in die nächste Provinz, nach British Columbia) in Kauf nehmen, weil da einfach  mehr Schnee liegt. Ist dann auch wohl für den Wanderführer lustiger.... ;-)



Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass WIRKLICH ZIEMLICH VIEL SCHNEE gelegen hat...?

such die Parkbank...
Nach diesem quasi nicht-enden-wollenden Winter mit nicht unerheblichen Mengen Kälte, Eis und Schnee war dann aber auch endlich der Zeitpunkt gekommen, meine (etwas mehr als) Sieben-Sachen zu packen und Banff nach 5 Monaten den Rücken zu kehren. (Banff-Aufenthalt 01.11.2011 - 31.03.2012 R.I.P.)...

Bevor es schließlich mit dem Zug nach Vancouver gehen konnte (was nicht ganz so einfach ist, da der Zug 1. nicht in Banff hält und er 2. auch nur drei mal die Woche fährt), hat uns also der freundliche Greyhound-Fahrer 400 km weit nach Edmonton gebracht, weil da der nächstgelegene (sic!) Bahnhof ist. Prima, dachten wir so, noch mal ein wenig Sightseeing einschieben, Stadt hat ja angeblich schöne Parks und außerdem ein berühmtes Einkaufscenter. Hm, nicht so prima, wenn man dann endlich da ist. Samstag Abend ankommen und einchecken war ja noch ok, Hotel war für den Preis ziemlich prima (seltsam, große Stadt, wo ist der Haken...?); am Sonntag war das Wetter dann so scheiße, das wir es nur bis in die nächste Kaffeebude geschafft haben und dabei schon feststellen konnten, das die Hotels so billig sind, weil sie um ziemlich wenige Touristen kämpfen müssen (wer will auch schon in so ne hässliche Stadt?); und die groß beworbene West Edmonton Mall ist dann doch nur ne popelige Einkaufsmall in nem Vorort - ziemlich groß zwar, und auch mit ner Menge Tinneff anbei - Waterpark, Vergnügungspark, Skating-Rink, eine nachgebaute spanische Galeere in Originalgröße - , aber eben nur ein Einkaufszentrum. Und ein ziemlich angeranztes noch dazu... Aber das Put´n´Glow war lustig: Minigolf im Dunkeln mit Schwarzlicht.... *grins*

Samstag, 31. März 2012

Nationalpark-Tourist

Da ich in weiser Voraussicht gleich mal zwei Nächte in Jasper gebucht habe - wegen zu erkundigender touristischer Highlights, fluktuierender Preise und überhaupt - , hatten wir ziemlich viel Zeit, die Gegend zu erkunden, da sich die Stadt selber als.... naja, KLEIN herausstellte (und innerhalb von ca. 30 Minuten touristisch ausgeschöpft war, zumindest im Winter...). Also sind wir am Donnerstag nach dem obligatorischen Frühstück bei Tim Hortons (ich mag den Kaffee und die Bagel, ehrlich!) ins Auto gestiegen und erst mal Richtung Maligne Lake gefahren. Die Strasse war wieder mal abenteuerlich (Schnee! Eis!), und geschneit hat es am Anfang auch; aber egal, da muss man durch.

such die Straße...
Der See war dann (Überraschung!) total zugefroren und zugeschneit, so dass man irgendwie nicht wirklich was sehen konnte (Sommer: coole Farbe....), und die Hiking-Trails sind irgendwie um diese Jahreszeit auch eher nicht zu gebrauchen - außer natürlich mit Langlauf-Skiern, die wir rein zufällig nicht mit hatten... Dafür haben wir mal kurz ausprobiert, ob der Schnee wirklich so tief ist wie er aussieht (ja, war er *grins*), und sind dann mit Stiefeln voller Schnee und nassen Socken und nassen Hosen wieder ins Auto; nächster Stop: Maligne Canyon!

Die geplante Kaffeepause musste dann leider ausfallen, da das Restaurant am Parkplatz zum Canyon natürlich im Winter geschlossen ist (zu wenig Bekloppte, die durch Tiefschnee und über vereiste Wege marschieren wollen, vermutlich....), aber so was hält mich genauso wenig von meinem touristischen Vorhaben ab wie Warnhinweise, dass die Wege "not maintained" sind und darum glatt und unter Umständen gefährlich sein könnten. Rubbish! Und losmarschiert! Leider hatten die Schilder nicht ganz unrecht und Kai hat sich ordentlich auf die Nase gelegt - aber der zugefrorene Canyon war schon ein Highlight....

Maligne Canyon
Weil uns der geplante Kaffee- und Kuchen-Stop fehlte, sind wir danach relativ hungrig nach Jasper zurück und haben alle anderen angedachten Aktivitäten ersatzlos gestrichen, um bei Subway ein Sandwich zu essen, in einem kleinen Laden viel zu teure Chips zu kaufen und uns dann mit Bier aus einem kleinen Liquor-Store in unser Hotelzimmer zu verziehen. Erfreulicherweise hat Kai in seinem Koffer eine Flasche Jägermeister gefunden, und die musste natürlich auch erst mal getestet werden; gut nur, dass es in Kanada in den Cola-Automaten auch Orangensaft aus der Dose gibt, da musste ich den Jägermeister wenigstens nicht pur trinken...

Am Freitag war dann nach dem Auschecken aus dem Hotel eine kurze Fahrt zum Pyramid Lake angesagt (was eigentlich schon für Donnerstag geplant war), wo ein übermotivierter Hund erst mal einen von meinen Handschuhen angesabbert hat, und wo es natürlich wieder mal nicht viel zu sehen gab außer viel Schnee und Eis; und danach gab es dann einen kleinen Abstecher zum einzigen Ski-Gebiet in Jasper, Marmot Basin. Statt Ski zu fahren haben wir aber nur in der Sonne gesessen und Tee getrunken, muss ja nicht alles so anstrengend sein. ;-)



Und dann ging es auch schon wieder zurück auf den Highway Richtung Banff; angehalten haben wir zwischendurch natürlich auch wieder - Schnee, Schnee, Schnee.... Vermutlich müsste man einfach noch mal im Sommer wiederkommen, um sich die Attraktionen auf dem Weg auch tatsächlich angucken zu können (Gletscher, Seen, Wasserfälle, eigentlich alles sehr großartig, aber leider zur Zeit gerade nicht verfügbar....). Immerhin hatten wir Begegnungen mit Bergschafen (mitten auf der Straße) und riesigen, eher un-schüchternen Krähen, wenn man unterwegs schon keine anderen Menschen trifft!



... Fortsetzung folgt....

Donnerstag, 29. März 2012

ich fühl mich so touristisch....

Seit fast zwei Wochen keinen Job mehr, aber dafür seit über einer Woche Besuch - und schon bin ich zum Touristen mutiert.... ;-)

Da bin ich also letzten Dienstag mit einem Mietwagen, den ich für eine Woche gebucht habe (und der wieder mal so was von zu groß war!), nach Calgary gefahren, um meinen Bruder einzusammeln (ein ziemlich winziger Flughafen, dafür, dass das hier in weitem Umkreis der einzige internationale Flughafen ist...), und habe bei der Gelegenheit gleich noch zwei deutsche Mädels mit nach Banff genommen, die Kai natürlich im Flugzeug kennen gelernt hat. Als hätte ich geahnt, dass ich ein großes Auto mit großem Kofferraum brauchen würde! Abgesehen von dem üblichen Verfahren (können die in einer Baustelle kein Schild aufstellen, wo man lang fahren muss????) ging das auch erstaunlich gut, Parkgebühren habe ich auch keine bezahlt (die ersten 30 Minuten im Parkhaus sind frei - da fährt man halt wieder raus und rein, wenn man länger warten muss *g*), und auf der Rückfahrt habe ich mir dann auch gleich noch erklären lassen, wie man einen Tempomat benutzt. Da hat sich der Tag doch schon gelohnt, wieder was gelernt. ;-)

Am Mittwoch dann gleich los - muss man doch ausnutzen, wenn man schon mal ein Auto hat - und auf den Weg gemacht nach Jasper; vorher natürlich die unvermeidliche Kaffeepause bei Tim Hortons (das war noch in Banff), und nach ca. 50km der erste Stop in Lake Louise. Leider kann man im Winter eher nicht so gut sehen, wie großartig der See tatsächlich aussieht, aber er ist berühmt für seine intensiv-blaue Farbe - im Winter gibt es dafür Schneeschuh-Wanderungen auf dem See und Ski-Langlauf um den See herum, und natürlich das unvermeidliche Schlittschuhlaufen und Hockeyspielen; außerdem wird jedes Jahr im Februar ein Eisskulpturen-Festival veranstaltet, für das wir aber leider zu spät waren und nur noch Reste begutachten konnten...

Eis-Schloss auf dem Lake Louise
Nach einem interessierten Rundblick im angrenzenden Hotel (Fairmont Lake Lousie, ein riesiger Kasten direkt am See, und ein verdammt teurer noch dazu!) und in der gleichnamigen Siedlung (die noch nicht mal den Namen Dorf verdient hat - eine Tankstelle, eine "Mall", und noch zwei Hotels - ach ja, und ein Parkplatz....) dann wieder auf den Highway: wobei der Name "Highway" für den Highway 93, der von Lake Louise nach Jasper führt, auch wieder eine Übertreibung ist, stellte sich das doch als ziemlich schmale Straße ohne Seitenbegrenzung, dafür aber mit viel Schnee und Eis auf der Fahrbahn heraus. Naja, egal, sind ja nur 230km bis nach Jasper... ohne Stadt, Tankstelle oder sonstige Zeichen menschlicher Besiedlung unterwegs, quer durch zwei Nationalparks und vorbei an einer ganzen Reihe ziemlich beeindruckender Gletscher, Seen und Berge! Leider sind die Seen im Winter nicht so richtig faszinierend, da man ja nur Schnee sieht und die coolen See-Farben (von intensiv-blau bis zu grün) nur im Sommer zu sehen sind. Und das Columbia-Icefield, die größte Attraktion auf dem Weg, ist im Winter (von Oktober bis Mai) dann mal gleich ganz geschlossen. Unglaublich, aber trotz der ganzen Ski-Gebiete ist hier ernsthaft im Sommer Hochsaison! Wenigstens konnten wir aus der Entfernung Photos machen, reichen die Gletscher doch teilweise tatsächlich bis fast an die Strasse.... :-) Und alles nur Eis zwischen den Gipfeln! ;-)

Athabasca-Glacier - Columbia Icefield

Irgendwann gegen sechs sind wir dann auch endlich angekommen (sechs Stunden für knapp 300km, kein schlechter Schnitt...) und haben in unserem eigentlich viel zu teuren Hotel eingecheckt; die Maligne Lodge hatte eher was von einem Motel, war aber nach der örtlichen Jugendherberge mit einem gemütlichen 42-Bett-Schlafsaal die günstigste Alternative. Ist halt ne kleine Stadt - Angebot und Nachfrage... Wenigstens waren die Burger im Pub lecker, und gutes Bier gab´s auch.  Ach ja, und Kabelfernsehen und ne Kaffeemaschine im Hotelzimmer.... *grins*

....Fortsetzung folgt....

Dienstag, 20. März 2012

Schluss mit Working, her mit Holiday!

Nachdem ich meine letzte Schicht im Einzelhandel bereits letzten Dienstag hinter mich gebracht habe und seit Samstag Abend auch meine Tage in der Tourismus-Branche fürs erste vorbei sind, ist jetzt erst mal Schluss mit der ganzen Arbeiterei, endlich wieder Zeit für Urlaub und ein paar richtig touristische Dinge! :-)

Und weil ich bei all den Dingen, die noch zu planen und organisieren sind, eh die ganze Woche nicht richtig schlafen konnte - endlich Freizeit! und Besuch! Jobs kündigen! Stadt nach fünf Monaten verlassen! Autos und Flüge und Unterkünfte buchen oder umbuchen! ach ja, und das Leben nach Kanada planen! aber dazu später *grins* - , konnte ich mich tatsächlich schon mal ein wenig mit der Agenda der nächsten Monate (naja, eher die nächsten Wochen, ihr kennt mich ja...) beschäftigen.

Da sich die Dinge im Leben manchmal doch anders ergeben als vorhergesehen (besonders dann, wenn man eher mal Dinge spontan aus dem Bauch raus entscheidet wie meine Wenigkeit), ändern sich auch ursprüngliche Pläne; gut nur, dass meine eher diffus waren... Neuer Plan: genug gearbeitet, den Rest meiner Zeit in Kanada werde ich das Geld verprassen, das ich in den letzte Monaten gespart habe (oder auch was mehr....). Und das nicht nur, weil ich nach vier Monaten fast ohne einen freien Tag doch eher keine Lust mehr auf Arbeiten habe, sondern auch, weil ich meinen Aufenthalt in der Ferne ein wenig verkürzen muss und schon am 02. August wieder den Flieger Richtung Heimat besteigen werde.

Die nächsten fast vier Wochen habe ich auf jeden Fall erst mal Besuch, morgen hole ich meinen Bruder in Calgary vom Flughafen ab. Dann gibts erst mal zwei Wochen Rocky Mountains für Touristen, eine Busfahrt nach Edmonton, und einen Besuch in der West Edmonton Mall; und danach ist Vancouver angesagt, hoffentlich mit Frühling und Walen. Daumen drücken ist also angesagt! (Nicht nur für die Wal-Sichtung, sondern wohl auch für ein paar regenfreie Tage.) Es wird also in nächster Zeit wieder mehr von mir zu hören sein, inklusive neuer Bilder. Also immer schön dranbleiben!!!

Ach ja, und was meinen verkürzten Aufenthalt in Kanada angeht: nach einer kurzen Stipvisite in der Heimat geht es Ende August gleich weiter ins nächste fremde Land, Schweden steht danach auf dem Programm-Plan. Universität Lund, ich komme!!!! :-)

Mittwoch, 7. März 2012

mehr Schnee!!!

Ja, ich weiss, es ist immer noch Winter, denn der Winter in Kanada ist lang... Aber warum fällt denn an einem einzigen Tag im März hier so viel Schnee wie zu Hause im ganzen Winter nicht? Da hat es Sonntag Nacht ein wenig angefangen zu schneien, am Montag Morgen auf dem Weg zur Arbeit wünschte ich schon , ich hätte Stiefel, und abends hätte ich dann Schneeschuhe gebraucht...

Blick aus dem Wohnzimmerfenster am Montag Morgen

Schnee!!!

Da werde ich mir wohl noch die Woche Stiefel kaufen.... :-)